Familientraditionen und Integration von migrantischen Personen
„Wie gut man sich als eingewanderter Mensch integrieren kann, hängt häufig vom Herkunftsland ab.“, meint/erkennt Gabriele Rechberger. Personen aus der Türkei, Griechenland oder dem ehemaligen Jugoslawien der ersten Generation, , würden sich zum Großteil bereits als Österreicher fühlen. Menschen, die regelmäßig in deren Herkunftsländer reisen, können oft nicht loslassen.
Geflüchtete Personen aus dem Iran und Afghanistan hätten es besonders schwer, Identität zu finden, da manche nirgends wirklich beheimatet sind - teilweise in ihren Herkunftsländern nur kurz oder gar nicht gelebt hätten.
„Es gab etwa im Iran für Afghaninnen und Afghanen keine Rechte wie zum Beispiel Schulbesuche sowie irreguläre Arbeitsbedingungen unter anderem auch für Minderjährige. Das schafft die Basis für eine Parallelwelt und kann zu vielerlei Problemen führen“, so Rechberger.
Letztendlich würde es aber vor allem mit dem Bildungsgrad und den deutschen Sprachkenntnissen zusammenhängen, wie sehr man sich von den ursprungsheimatlichen Traditionen und Verhaltensweisen lösen kann und will.
In ihren Beratungssituationen sprechen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von VIELE konkret an, dass wir uns hier in Österreich befinden und das hiesige Regeln gelten, die auch gleichzeitig Schutz vor Diskriminierung und Ausgrenzung gewährleisten. Das bedeutet beispielsweise für eine Burka, dass sie abgenommen werden muss. „Wir begründen das damit, dass wir unserem Gegenüber in die Augen sehen wollen.“
Es wird sogar hinterfragt, ob gewisse Verhaltensweisen tatsächlich so religiös verankert sind, wie oft argumentiert. Es sind vor allem Themen wie Gewalt in der Beziehung, Bildungs- und Berufsverbote für Frauen und Mädchen.
Wichtig sei in Beratungssituationen, qualifizierte Beraterinnen und Berater zu finden, die den eigenen kulturellen Hintergrund kennen und genau verstehen, um welche Problemstellung es geht.
Wenn Sie zu diesem Thema mit einem geschulten Profi sprechen wollen, wenden Sie sich gerne an eine passende Beratungsstelle. Die Termine in den österreichischen Familienberatungsstellen sind kostenfrei.
Unsere Interviewpartnerin
Gabriele Rechberger ist Geschäftsführerin der Beratungsstelle VIELE, Salzburg.
VIELE - Verein für interkulturellen Ansatz in Erziehung, Lernen und Entwicklung
Rainerstraße 27
5020 Salzburg
Webseite der Familienberatungsstelle VIELE
Das Interview wurde im Dezember 2025 geführt.