Kind im Hochseilgarten.

So verhelfe ich meinen Kindern zu mehr Selbstbewusstsein

Es gibt Phasen bei Kindern und Jugendlichen, in denen sie sich selbst nicht mögen und alles einfach nur schrecklich finden.

Da kommt es nun auf die Eltern an, den Sprösslingen soliden Selbstwert und eine positive Lebenseinstellung zu vermitteln. Doch wie geht das? 

Martina Niederreiter hat mit Kindern und Jugendlichen zu tun, die eine schwierige Lebensphase durchlaufen: „Tatsächlich beginnt schon alles ab dem Moment, wo ein Baby das Licht der Welt erblickt. Von Anfang an nehmen die Menschlein die Reaktion der Eltern auf sich selbst wahr: Mimik, Gestik, Berührungen.“ So präge sich schon in diesen ersten Monaten eine Sicht auf die Welt, je nachdem wie viele diesbezügliche positive oder auch negative Momente sie erleben.

Auch im weiteren Verlauf der Kindheit ist es das große Ganze, das den Unterschied macht. „Es kann natürlich nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen sein. Die Zauberworte sind Wertschätzung und Authentizität“, so die Expertin. So stärke es die Kinder in ihrem Selbstwert, wenn man sie lobe, wenn sie etwas gut und vor allem aus auch eigener Kraft geschafft haben, es dürfe aber auch nicht zu viel sein. „Sie müssen auch lernen damit umzugehen, wenn sie ehrliches Feedback bekommen, dass etwas nicht so gelungen ist. Ehrlichkeit stärkt und ein Scheitern zu akzeptieren erhöht die Frustrationstoleranz.“

Würden Mama und Papa immer nur bestärken und das Kind zur Sonne machen, um die sich das Universum dreht, führe das häufig zu mangelnder Empathie und schwächerer sozialer Kompetenz. 

Es sei wichtig, die Kinder zu begleiten und ihnen auch hin und wieder einen Reibebaum zu bieten. Dazu Niederreiter: „Das kann sehr anstrengend sein. Und es muss vor allem auch immer die Hierarchie und Rollenverteilung zwischen Eltern und Kindern deutlich bleiben. Unterm Strich führt aber diesbezügliche Konsequenz zu einem starken Selbstbewusstsein der Kids.“

Hilfreich könne sein, in Konfliktsituationen darauf hinzuweisen, dass man als Elternteil deshalb nachhakt und nervig scheint, weil einem sein Kind eben sehr wichtig ist.

Sollten Sie sich zu diesem Thema gerne mit einer Expertin/einem Experten austauschen wollen, können Sie sich gerne in einer der zahlreichen österreichischen Familienberatungsstellen einen Termin ausmachen.

Unsere Interviewpartnerin

Martina Niederreiter ist Diplomsozialarbeiterin und Mediatorin, sowie fachliche Leiterin der Jugendberatungsstelle WAGGON, Niederösterreich.

Tender- Verein für Jugendarbeit
Eisentorgasse 5
2340 Mödling
vereintender.at

Das Interview wurde im April 2020 geführt.

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