Zwei Männer sitzen nebeneinander und schaue sich den Sonnenuntergang an.

Du willst heiraten? Ich leider nicht.

Wenn in einem Paarleben das Thema Hochzeit zum Thema wird, kann es durchaus vorkommen, dass völlige Uneinigkeit besteht. Eine:r von beiden möchte, die oder der andere nicht. Pattstellung?

Monika Fenz empfiehlt, in einem ersten Schritt Prioritäten und Vorstellungen zu klären: „Diese können bei dem Thema Heirat sehr unterschiedlich sein. Was heißt es für jeden von uns, verheiratet zu sein oder eben nicht?“ Ein Thema, das ganz pragmatisch oft für eine Heirat spricht, sei die soziale Absicherung für den/die Partner:in. Oft sind es die Frauen, die nach einer Trennung mit gemeinsamen Kindern finanziell schlechter gestellt wären, gäbe es nicht die Verpflichtungen des Ex-Ehemannes, die aus der Ehe resultieren.

Da könne aber auch die eingetragene Lebenspartnerschaft der Mittelweg sein. „Und genau diesen gilt es möglicherweise zu finden. Dem muss eine ehrliche Diskussion vorausgehen“, so die Expertin. Es können romantische Vorstellungen sein, der Wunsch nach einem großen Fest oder einfach nur das gemeinsame Versprechen, das man nach außen trägt. Das kann den einen motivieren, den anderen völlig abschrecken. „Häufig ist immer noch ganz klischeehaft zu beobachten, dass es bei Frauen das schöne Kleid ist, und bei Männern das Besitzdenken – sie gehört dann mir – die heiraten attraktiv erscheinen lassen“, weiß Fenz aus ihren Beratungsgesprächen.

Es könne aber ebenso gut sein, dass eine:r von beiden die Ehe als Falle betrachten und die/der andere als Chance. „Stellen Sie sich gegenseitig Fragen wie: Warum ist es dir wichtig? Was bedeutet es für dich wirklich? Was sträubt sich in dir?“ Am besten ginge das begleitet von einem Profi.

Es gäbe häufig das Ergebnis, dass die Herkunftsfamilie prägend ist. Haben die eigenen Eltern an einer Ehe mit zerstörerischem Beziehungsmuster festgehalten und sind so zum abschreckenden Vorbild geworden? Gab es eine Scheidung? Wie ist diese verlaufen? „Das Thema ist sehr bedeutungsschwer und man vermittelt dem Partner, der heiraten möchte, eine sehr schmerzliche Absage.“ Würde man die möglichen Gründe und Motivationen jedoch letztendlich besser verstehen, wäre es dann oft in weiterer Folge wesentlich einfacher, zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen.

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Unsere Interviewpartnerin

Monika Fenz ist Familientherapeutin des PPZ Perchtoldsdorf, sowie eingetragene Beraterin nach §95 Abs. 1a Außerstreitgesetz des Bundeskanzleramtes-Sektion Familie und Jugend.

Pädagogisch Psychologisches Zentrum (PPZ) 
Höhenstraße 15
2380 Perchtoldsdorf
ppz-perchtoldsdorf.at/ 

Das Interview wurde im Mai 2022 geführt.

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