Wenn Kinder die Eltern beim Sex erwischen
Wenn ein Kind die Eltern beim Sex erwischt,
ist es wichtig: Bleiben Sie ruhig.
Gabriele Oberhumer hat bei ihren Beratungsgesprächen
immer wieder mit diesem Thema zu tun.
Sie nimmt Eltern die Sorge:
„Das ist für Kinder kein schreckliches Erlebnis.
Sie können es als Gelegenheit
für ein erstes Aufklärungsgespräch nutzen.“
Eine natürliche und offene Haltung zum Thema Sexualität fördert
die psychosexuelle Entwicklung.
Eltern sollten sich
über kindliche Sexualität und deren Entwicklung informieren.
Dann können sie Fragen kindgerecht beantworten.
Sexual-Aufklärung ist ein kontinuierlicher Prozess,
der schon mit den ersten kindlichen Fragen beginnt.
Mögliche Schritte in einer solchen Situation:
- Ruhe bewahren:
Beruhigen Sie das Kind, falls es verängstigt sein sollte.
Erklären Sie, dass alles in Ordnung ist.
Ein Satz wie „Mama und Papa haben sich lieb, es ist alles gut“
kann hilfreich sein.
2. Kindgerechte Erklärungen:
Je nach Alter und Verständnisgrad des Kindes geben Sie
eine einfache Erklärung.
Für jüngere Kinder reicht eine Erklärung wie
„Mama und Papa kuscheln gerade“.
3. Räumliche Grenzen definieren:
Legen Sie klare Regeln fest.
Zum Beispiel: Das Elternbett ist nur für die Eltern.
Oder: Kinder sollen anklopfen, bevor sie das Zimmer betreten.
4. Positive Signale senden:
Wenn das Kind Stöhn-Geräusche gehört hat:
Erklären Sie, dass es ein Ausdruck von Freude und Zuneigung ist,
damit keine Missverständnisse entstehen.
5. Offenes Klima schaffen:
Kinder sollen wissen, dass sie jederzeit Fragen stellen können.
Eine offene und entspannte Haltung der Eltern fördert
ein gesundes Verständnis von Sexualität.
Aufklärung ist mehr als ein einziges Gespräch
Zum Thema Jugendliche sagt die Expertin:
„Aus unserer Arbeit mit Jugendlichen wissen wir:
Sie wünschen sich,
dass Liebe, Beziehung Sexualität als etwas ganz Normales behandelt wird.
Sie möchten Antworten auf ihre Fragen bekommen.
Aufklärung ist mehr als das eine Gespräch,
in dem erklärt wird, wo Babys herkommen.“
Wenn Sie über dieses Thema sprechen wollen,
können Sie in eine österreichische Familien-Beratungsstellen gehen.
Sie können einen kostenlosen ersten Termin vereinbaren.
Unser Interviewpartnerin
Mag.ª Gabriele Oberhumer, MA
ist die Leiterin des Beratungszentrums für Schwangere
in der Caritas der Diözese Graz‑Seckau.
Caritas der Diözese Graz‑Seckau
Grabenstraße 39
8010 Graz
Website der Caritas Graz-Seckau
Das Interview wurde im Februar 2025 durchgeführt.