Mann sitzt auf Parkbank

Sexuelle Anziehung zu Kindern und Jugendlichen

Man unterscheidet bei Menschen, die sich von Minderjährigen sexuell angezogen fühlen zwischen Kernpädophilen und jenen, die aus anderen Motivationen Kinderpornographie konsumieren oder sogar Übergriffe begehen.

Christian Scambor berichtet aus seiner Beratungsstelle, dass das Begehren bei Betroffenen selbst meist eine Befremdlichkeit auslöst und man es sich erstmals zugestehen muss, um sich helfen lassen zu können. Dies trifft insbesondere auf jene zu, die dies als echte sexuelle Präferenz empfinden, weniger auf jene, die antisozial handeln und beispielsweise mit dem Thema „experimentieren“.

Woher diese Empfindungen kommen, sei oft nicht herauszufinden: „In manchen Fällen findet man etwas in der Vergangenheit, in manchen Fällen bleibt es unklar, woher es kommt.“ Wichtig sei, einen Umgang damit zu erlernen und sich Unterstützung zu holen. Die Alternative sei ständiges Leid, das dazu führen kann, dass man sich in eine Sucht flüchtet oder unter Depressionen leidet.

„Die größte Hürde ist dabei, die Scham zu überwinden.“, so der Experte. Es gelte, den ständigen Kampf aufzulösen: Ich will, darf aber nicht, es ist verboten. „Das ist sehr viel Arbeit. Je früher man damit beginnt, umso besser. Bei uns wird man jedenfalls nicht verurteilt und auch nicht abgewertet – dessen kann man sich sicher sein“, so Scambor.

In der Arbeit der Expertinnen- und Expertengruppen mit Betroffenen sei Trauerarbeit zu leisten, um diese sexuellen Präferenzen zu therapieren. Es braucht Alternativen, Präventionsstrategien – ähnlich der Suchtarbeit.

Wer Neigungen verspürt, wendet sich am besten an eine spezialisierte Beratungsstelle und kann dort einen kostenfreien Termin vereinbaren.

Unser Interviewpartner

Dr. Christian Scambor ist Klinischer und Gesundheitspsychologe und Mitbegründer des Vereins VMG-Steiermark. Er arbeitet seit 1996 im Team der Beratungsstelle.

Männer- und Geschlechterthemen Steiermark
Fachstelle für Gewaltarbeit
Dietrichsteinplatz 15/8
A-8011 Graz

Webseite der VMG-Steiermark

Das Interview wurde im September 2025 durchgeführt.

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