Kaiserschnitt im OP, das Baby wurde gerade aus dem Bauch der Mutter geholt und wird von der OP-Lampe beleuchtet. Es weint.

Wunschkaiserschnitt – eine sichere Alternative?

Bei massiven Ängsten vor einer natürlichen Geburt wünschen sich werdende Mütter immer häufiger einen Kaiserschnitt. Um die Risiken einer Spontangeburt auszuschalten wird die sogenannte Sectio von den Schulmedizinern oft auch gerne durchgeführt. Die Kaiserschnitt-Rate steigt massiv an und ist weit höher als ihre medizinische Notwendigkeit.

„Bei massiven Ängsten ist dies sicher eine denkbare Alternative. Vor allem, weil diese nachweisbar eine natürliche Geburt erschweren. Bei Anspannung ist der gesamte Prozess mühsamer, auch das Stillen weil Ängste blockieren“, weiß Elisabeth Waibel-Krammer, Sozialarbeiterin und Familienberaterin in der Familienberatungsstelle Knittelfeld. „Konkret ist es eine bereits erlebte dramatische Geburt, vor der sich die werdenden Mütter fürchten. Ihnen hilft es, die Ängste auszusprechen und angstmachende Faktoren auszuräumen, wie beispielsweise in ein anderes Krankenhaus zu gehen. Gespräche mit dem Partner, mit Freunden, mit der Familie oder mit der Familienberatung, der Hebamme oder dem Frauenarzt helfen zudem, dies zu konkretisieren und zu schauen, was schiefgegangen ist“, so die Beraterin. „Damit ist besser zu entscheiden, wie man vorgehen kann, um eine Wiederholung des schon erlebten traumatischen Geburtsgeschehens zu vermeiden.“

Wer einen Wunschkaiserschnitt überlegt, muss wissen, was das für die Psyche bedeuten kann. „Der erste Kontakt findet häufig mit dem Vater statt, die Mutter muss oft die Versorgung nach der Operation abwarten, bis sie ihr Kind in den Armen halten darf. Die Geburt erfolgt für Mutter mehr oder weniger körperlich unvorbereitet, ohne Wehen. Dadurch wird das Bindungshormon Oxytocin erst nach der Geburt wirksam und spürbar“, erklärt die Expertin. „Das Gefühl, dass die erste Aufgabe mit Kind nicht bewältigt werden konnte belastet außerdem viele Mütter nach einem Kaiserschnitt zusätzlich. Babies trifft die Geburt per Wunschkaiserschnitt völlig unvorbereitet. Sie leiden später nachweisbar häufiger an Hals-Lungen-Erkrankungen als Kinder, die auf natürlichem Weg das Licht der Welt erblickten. Ihnen fehlt die körperliche Kompression des Organismus, die durch die Wehen und die Enge des Geburtskanals entsteht. Übungen zur Zentrierung schaffen hier Abhilfe und helfen, zur Ruhe zu kommen.“

Für Frauen, die den Zeitpunkt der Geburt dennoch gerne selbst bestimmen und lange, schwere Wehen auf jeden Fall ausschließen möchten, ist ein Wunschkaiserschnitt eine denkbare Alternative. Bedenklich sieht die Beraterin Frauen, die ihren Wunschkaiserschnitt terminlich argumentieren: „Hier würde ich die Bindung zum Kind hinterfragen, da es bereits vor der Geburt im Terminkalender Platz finden muss – und nicht umgekehrt, die Termine sich in der ersten Lebenszeit des Babys nach den Bedürfnissen des Kindes richten.“