Wie vermittelt man als Eltern Wertschätzung?

Wie vermittelt man als Eltern Wertschätzung?

Jene Werte, die der Familie wichtig sind, auch den eigenen Kindern zu vermitteln, zählt zu den grundlegenden Herausforderungen in der Kindererziehung. Denn Wertschätzung und achtsamer Umgang sind keine Frage von quantitativem Besitz oder finanzieller Situation, sondern basieren auf innerer Haltung und täglichem Umgang. Kinder lernen durch eigenes Erleben und durch die Vorbilder vertrauter Menschen. Wie erleben sie diese Beziehungen? Werden Kinder als individuelle Persönlichkeit wertgeschätzt? „Geliebt und angenommen zu sein, weil ich bin und nicht weil ich so bin wie ich gewünscht werde, ist die Basis für die Entwicklung zu einem selbstbewussten Menschen, der sich auch selbst wertschätzen kann“, so Doris Fleck, Beraterin im Institut für Familienfragen in Graz. „Verschieben sich elementare Bedürfnisse und die Sehnsucht nach Angenommen sein wird mit Materiellem befriedigt, verliert sich der Blick auf persönliche Wertschätzung.“
 
Werbung vermittelt, was wir Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen brauchen, um glücklich zu leben. Alles scheint ganz leicht möglich und erreichbar zu sein. Dieser Entwicklung entgegen halten zu können und eine persönliche Grenze aufzuzeigen, ist für Eltern eine große Herausforderung. Man möchte, dass es dem eigenen Kind gut geht, auch in Zeiten der Peergroup-Zugehörigkeit. Es soll sich nicht von seinem sozialen Umfeld ausgeschlossen fühlen. „Hilfreich kann sein, immer wieder zu hinterfragen, ob man sich mit dem gewählten Weg wohlfühlt. Das ermöglicht, die wirklichen Bedürfnisse des Kindes besser wahrzunehmen“, so Doris Fleck. „Gemeinsame Rituale geben Sicherheit und wirken materiellen Wünschen entgegen.“

Bei Festen, Geburtstagen und Feiern kann durch solche Rituale und gemeinsam gestaltete Zeit dem Übermaß an Materiellem entgegengewirkt werden. „Wünsche sollten Wünsche bleiben und nicht in eine selbstverständliche Bestellung umgewandelt werden. Vorfreude und nicht zu wissen, was geschenkt wird bereichert, den Erfahrungsschatz des Kindes“, so Doris Fleck. Auch ein klares „Nein“ ist innerhalb eines wertschätzenden Miteinanders notwendig, um Grenzen aufzuzeigen.

Wer zu diesem Thema Beratung wünscht, ist in einer der zahlreichen Österreichischen Familienberatungsstellen gerne willkommen.