Übergang VS weiterführende Schule

Wie meistert man den Übergang von der Volksschule in die weiterführende Schule?

Der Schulwechsel in eine höhere Schule ist für Kinder und Eltern eine aufregende Zeit, in der beide Seiten mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert sind“, so Mag.a Julia Deutsch-Erlach, Familienberaterin bei KOKO (Kontakt- und Kommunikationszentrum für Kinder) in Salzburg.

Im Vordergrund steht bei vielen Familien die Frage, welche weiterführende Schule die geeignetste sei. Folgende Überlegungen können dabei helfen: „Wo liegen die Stärken des Kindes?“,  „Welche Förderangebote gibt es?“, „Wie gut ist die Schule zu erreichen?“ oder „In welche Schule gehen die Freud/innen?“. Zudem könne ein Schulbesuch am „Tag der offenen Tür“ einen ersten Eindruck der Schule vermitteln.  „Das Wichtigste ist, dass die Entscheidung gemeinsam mit dem Kind getroffen wird“, betont die Beraterin.

Nachdem die Entscheidung feststeht und die Anmeldung erfolgt ist, fiebern viele Kinder voller Vorfreude dem ersten Tag in der neuen Schule entgegen. Der Umstieg ist aber auch mit vielen Veränderungen verbunden: Die Umstellung auf neue Lehrer/innen, eine größere Anzahl an Fächern, umfangreichere Hausaufgaben, eine oft strengere Benotung und ein neuer Schulweg sind neue Herausforderungen, an die sich Eltern und Schüler/innen erst gewöhnen müssen.  Außerdem vermittelte die Volksschule den Schüler/innen in vielen Fällen eine fürsorgliche und liebevolle Atmosphäre, die in der höheren Schule fehlen kann.
Für diese Umgewöhnung brauchen Kinder und Eltern Zeit. Unterstützen könne man die Kinder mit einer positiven Einstellung. „Loben und muntern Sie ihre Kinder auf und sprechen Sie Probleme sofort an!“, rät die Expertin. „Unterstützen Sie ihr Kind beim Knüpfen von neuen Kontakten mit Klassenkamera/innen, sowie beim Aufrechterhalten von bestehenden Freundschaften.“
Wichtig ist auch eine Ausgewogenheit zwischen Lernen und Freizeit. Oft machen Eltern ihren Kindern einen zu großen Leistungsdruck und erhöhen damit die Stressbelastung der Kinder. „Eltern sollten ihren Kindern das Gefühl vermitteln, dass Schule zwar wichtig, aber nicht das Wichtigste ist und es noch viele andere Schwerpunkte im Leben gibt“, so die Beraterin.
In den ersten Wochen brauchen viele Kinder Hilfe. Mit der Zeit sollen sie aber lernen, schulische Anforderungen selbstständig und eigenverantwortlich zu erledigen. Um ihnen dennoch Richtlinien vorzugeben, könnten Eltern mit ihrem Kind einen regelmäßigen Hausaufgabenrhythmus festlegen. In stressigeren Zeiten vor Schularbeiten und Tests kann der Lernstoff gemeinsam eingeteilt und ein Zeitpunkt festgelegt werden, an dem die Aufgaben gemeinsam kontrolliert werden. Dadurch lernen Kinder, sich selbstverantwortlich zu organisieren.

Die österreichischen Familienberatungsstellen unterstützen Eltern und ihre Kinder gerne beim Übergang in eine höhere Schule und den damit verbundenen Schwierigkeiten mit einem Beratungsgespräch.