Vorsätze

Wie halte ich meine Neujahrsvorsätze besser durch?

Viele Neujahrsvorsätze scheitern leider schnell. Wie kommt es, dass sich der innere Schweinehund so schwer überwinden lässt? „Dinge, die nicht Teil des Alltags sind, kosten Kraft und Energie. Kann diese nicht aufgewendet werden, lassen sich die besten Vorsätze nicht verwirklichen. Erst wenn neue Handlungen in Fleisch und Blut übergehen, entsteht ein Wohlgefühl und der innere Schweinhund ist überwunden“, erklärt Mag. Gerald Hrdlicka vom hilfswerk.at

Um motiviert an seinen Vorsätzen dranzubleiben, braucht es messbare Erfolgserlebnisse. Wer seinen Kaffeekonsum, von neun Tassen auf eine Tasse pro Tag verringern will und um drei Tassen reduziert, ist seinem Ziel schon näher. „Reale Vorstellungen, Selbstreflektion und Ehrlichkeit helfen, die Pläne in die Tat umzusetzen. Aber man sollte sich auch der Konsequenzen bewusst sein. Der sogenannte Ökologie-Check (Passt die Veränderung in mein Leben?) hilft, Frustrationen möglichst gering zu halten, denn nicht immer werden mögliche Folgen in die Überlegungen miteinbezogen. Bei Rauch-  oder Kaffeeverzicht an eventuelle Entzugserscheinungen denken, dadurch kann das Durchhalten leichter fallen. Auch das soziale Umfeld kann sich verändern: Keine Rauchpausen mit den Kollegen, kein Feierabend Bier im nächsten Gasthaus oder keine Naschereien zwischen den Mahlzeiten. Erst wenn der sogenannte intrinsische Antrieb beginnt, stehen die Chancen gut, Vorsätze langfristig umzusetzen. Das bedeutet, von innen, aus sich selbst heraus motiviert zu sein und nicht durch äußeren Gegebenheiten wie Gruppenzwang oder ähnliches. 

Keine Angst vor Durchhängern – Scheitern gehört dazu. Scheitern kann als Lernprozess genutzt werden, um andere Möglichkeiten zu suchen. Vielleicht war dieser Weg der falsche. „Handlung und Person sollten unbedingt getrennt werden: Man ist kein schlechter Mensch, wenn man es doch nicht geschafft hat, mit dem Rauchen aufzuhören“, so der Experte. Vielleicht ist auch nur der Zeitpunkt falsch gewählt. Bei Eis und Schnee seinen Jogging-Vorsatz umzusetzen wird wahrscheinlich nicht von Erfolg gekrönt sein. 

Wichtig ist auch, sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht. Gleichgesinnte können gute Motivatoren sein. Manchmal hilft auch Coaching von Freunden: Wenn die beste Freundin vegan isst, dann hat sie Tipps für den Einstieg in die vegane Küche.

Sich vorzustellen, wie man aussieht, wenn man sein Ziel, erreicht hat kann auch ein starker Antrieb sein. Sei es ein neues Kleid, ein paar Nummern kleiner, oder ohne Keuchen die Stiegen hochgehen zu können.

„Der Spaß- und Genussfaktor sollte nicht vernachlässigt werden. Dazu gehört eben auch, Fehltritte zu akzeptieren und das Stück Schokolade trotz Diät dann richtig zu genießen. Am besten nicht aufgeben, sondern nach dem Ausrutscher wieder weitermachen. Wer mit Freude an der Sache dabei ist, erreicht sein Ziel sehr viel leichter“, so Hrdlicka. 

Wer Schwierigkeiten hat, seine guten Vorsätze in die Tat umzusetzen, kann sich gerne bei den zahlreichen Familienberatungsstellen kostenfrei in ganz Österreich Hilfe holen.