Mutter mit Tochter

Wie Generationenkonflikte vermieden werden können

In so gut wie jeder Familie gibt es Generationenkonflikte, die oft nicht lösbar scheinen. Alt und Jung haben unterschiedliche Erfahrungen und es kommt häufig zu Wertekonflikten. „Egal, ob Eltern oder Schwiegereltern – was sich die Altvorderen wünschen, ist im Grunde ein Platz im Leben ihrer Nachkommen“, so Dr. Karl Leibetseder, klinischer Psychologe, Gesundheitspsychologe und Vereinsvorstand der Gesellschaft für Persönlichkeits- und Berufsbildung. Ebenfalls ein entscheidender Faktor sei Respekt und Anerkennung. Dabei täten sich oft die eigenen Kinder leichter, da sie ihre Eltern gut kennen, innerfamiliäre Rituale und relevante Gewohnheiten besser einschätzen können. Oftmals würden Zugeheiratete sich hier schwer orientieren und dann käme es letztendlich darauf an, wie der Partner oder die Partnerin sich verhalten. „Wer hält zu wem, ist hier die Frage. Hält etwa der Mann zur Mutter oder zur Partnerin? Hier ist viel Fingerspitzengefühl notwendig“, so der Psychologe.

Grundsätzlich seien es drei Faktoren, die laut des Experten für ein gelungenes Miteinander der Generationen verantwortlich sind.

Er nennt sie die drei M: „Mund halten, Mitarbeiten und Mitzahlen“. Wenn an diese drei, sehr umgangssprachlich formulierten, Regeln des Umgangs gedacht werden können Konflikte zwischen den Generationen vermieden werden, so der Experte.

Mit „Mund halten“ ist gemeint, dass es oftmals wichtig sei, eine zu schnelle Antwort auf eine Frage zurückzuhalten – darüber zu schlafen und nach der richtigen Antwort zu suchen. „Schnelle Antworten, die beim Gegenüber eventuell als ‚Besserwisserei‘ empfunden werden können sind ein häufiges Thema in Eltern-Kind-Beziehungen. Dies lässt sich gut vermeiden, wenn sowohl die Jüngeren als auch die Älteren innehalten und nachdenken, bevor sie die eigene Meinung kundtut.“

„Mitarbeiten“, also einander unterstützen und Aufgaben übernehmen sei laut Leibetseder ebenfalls ein Erfolgsgeheimnis für ein harmonisches Miteinander der Generationen.

Letztlich kann auch Geld zu einem Streitpunkt werden. Leibetseder empfiehlt daher, dass Jede/r für sich bezahlt und nicht verlangt wird, dass monetäre Leistungen von Anderen übernommen werden.

„Wenn eines der drei M fehlt, ist das schon spürbar – bereits bei zwei wird es kritisch für die Generationenbeziehung“, so Leibetseder.

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