Homosexuelle Eltern mit Kinder

Wie geht es Kindern, wenn die Eltern gleichgeschlechtlich sind?

Ab diesem Jahr dürfen gleichgeschlechtliche Paare Kinder von Dritten adoptieren. Bislang war dies nur mit Stiefkindern möglich. Doch schon seit 2013 konnten in einigen Bundesländern Pflegschaften übernommen werden.

Kinder die in Familien mit gleichgeschlechtlichen Elternteilen aufwachsen empfinden dies als weitgehend normal. Wichtig für die Entwicklung eines Kindes ist eine Bezugsperson. Entsteht die gleichgeschlechtliche Elternschaft durch Trennung des Vaters oder der Mutter, ist diese meist schmerzvoller, als der/die neue homosexuelle Partner/in des verbleibenden Elternteils.

„Erst wenn der Kindergarten- oder Schulbesuch ansteht, kann diese Konstellation zum Thema werden. Je offener und ehrlicher der Umgang ist, umso leichter und konstruktiver können Kinder mit etwaigen Hänseleien und Diskriminierungserfahrungen umgehen,“ so Alexander Nikodemus, Berater bei der Männerberatung Wien mit dem Schwerpunkt LGBTIQ (Lesbian, Gay, Bisexual, Trans*Gender, Inter*Sex und Queer). Oft reagiert das Umfeld mit Unverständnis.

„Kinder und Jugendliche in Regenbogenfamilien (so werden Familien genannt, in denen Kinder bei gleichgeschlechtlichen Partnern leben) zeigen ein nachweislich höheres Selbstwertgefühl und mehr Autonomie in der Beziehung zu beiden Elternteilen als Gleichaltrige in anderen Familienformen. Zudem weisen sie eine sehr hohe Sozialkompetenz auf. Das liegt häufig daran, dass in diesen Familien der Umgang miteinander sehr offen und ehrlich ist. Außerdem würden Rollenbilder nicht mehr an der klassischen Ein-Verdiener-Ehe ausgerichtet“, weiß Nikodemus zu berichten.

Die meisten Kinder kommen aus ursprünglich heterosexuellen Beziehungen, in der sich ein Elternteil zu seiner Homosexualität bekennt. In der Praxis hat sich gezeigt, dass es sehr gute und regelmäßige Kontakte zu gegengeschlechtlichen Personen bzw. zu den leiblichen Eltern/teilen gibt. Lesbischen oder schwulen Eltern ist es sehr wichtig, dass ihre Kinder sowohl weibliche als auch männliche Bezugsperson haben. „Dadurch geraten diese Kinder viel weniger in Loyalitätskonflikte“, so der Berater.

Gleichgeschlechtlichen Eltern, die sich ganz bewusst und gegen viele Widerstände um Nachwuchs bemüht haben, kommen ihrer Verantwortung besonders sorgfältig nach. In Langzeitstudien zur Untersuchung der Entwicklung von Kindern aus gleichgeschlechtlichen Beziehungen konnte keinerlei nachteilige Entwicklung festgestellt werden – weder hinsichtlich ihrer psychischen Entwicklung noch ihrer späteren Lebensbewältigung. Kinder aus gleichgeschlechtlichen Beziehungen sind nicht häufiger homosexuell als Kinder heterosexueller Eltern.

Wer mehr zu diesem Thema erfahren will oder noch weitere Fragen hat, kann sich gerne an die zahlreichen Beratungsstellen in ganz Österreich wenden.