Pärchen
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Wer passt wirklich zu mir?

Wenn man Single ist und Sehnsucht nach einer Beziehung hat, stellt man sich vielleicht häufiger die Frage, wer eigentlich tatsächlich für eine längere Partnerschaft in Frage kommen könnte – wie dieser Mensch sein muss und welche Eigenschaften, Interessen und Hobbies zu einem selbst passen. Mag. Veronika Rieckh ist Ehe,- Familien-und Lebensberaterin im Institut für Familienberatung und Psychotherapie ifp in Graz. Sie hat in ihren Paargesprächen festgestellt, dass bei jungen Paaren oftmals vorerst die Gefühle an erster Stelle stehen: „Wenn man jung ist, verliebt man sich schnell. Die Frage ist: Wieviel hält die Liebe oder das Verliebtsein aus – vor allem auf längere Sicht.“ 

Hat jemand schon Beziehungen hinter sich und ist bereits ein stückweit den eigenen Weg gegangen, würde schon etwas genauer geschaut, ob die jeweiligen Lebensentwürfe des (potenziellen) Partners, der (potenziellen) Partnerin zueinander passen. „Wichtig ist immer absolute Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Letztendlich muss jeder für sich selbst sorgen, auch in einer Beziehung“, so die Beraterin. Dass es dennoch Kompromissfähigkeit und Toleranz brauche, um eine Partnerschaft eingehen zu können, sei aber ebenfalls unabdingbar. 

Es gibt allerdings Themen, die man für sich selbst klären sollte und bei der Rieckh ein unbedingtes Übereinstimmen der Vorstellungen empfiehlt: „Das ist einerseits die Gesprächs- und Konfliktkultur und auch, wie man mit den Wünschen und Erwartungen des jeweils anderen umgeht. Vor allem der Kinderwunsch ist hier ein wichtiges Thema.“ Vielfach unterschätzt sei der Einfluss der Herkunftsfamilien. Wie gehe ich mit den Traditionen der alten Kernfamilie, wie etwa Familienfeiern, um? Kann ich mich da einfügen? „Alles steht und fällt mit Austausch und Gesprächen. Hilfreich kann dabei sein, sich regelmäßig, zu einem für beide passenden Zeitpunkt, Raum und Zeit zu nehmen, um Wünsche, Anregungen und Wertschätzung auszusprechen“, rät Veronika Rieckh.

Zu der Frage, ob man besser zueinander passt, wenn man eher unterschiedlich oder eher ähnlich ist, meint die Beraterin Folgendes: „Extreme ziehen sich an. Es gibt nur die Gefahr, dass man langsam beginnt, die Andersartigkeit des anderen abzulehnen. Wenn man allerdings zu gleich ist, kann es zu einer Lähmung kommen.“

Das Wesentliche sei immer Wertschätzung und dass man seine ureigensten Wünsche nicht aus den Augen verliert. Wer sich zu diesem Thema mit einem Profi austauschen möchte, ist einer der zahlreichen österreichischen Familienberatungsstellen herzlich willkommen.