Wenn Kinder ihre Eltern manipulieren

Wenn Kinder ihre Eltern manipulieren

Wenn man bei Mama nicht bekommt, was man will, dann geht man halt zu Papa. Oft testen Kinder damit nur ihre Grenzen. Das gegeneinander Ausspielen der Eltern kann aber auch andere Gründe haben. „Es ist als stummer Hilfeschrei zu verstehen. Kinder brauchen Wärme und Aufmerksamkeit. Wenn sie diese nicht bekommen, machen sie auf sich aufmerksam – oft auch durch unangemessenes Verhalten“, so Franz Lehner, Journalist und Berater im Männerbüro in Salzburg.

Um ein Manipulieren der Kinder zu verhindern, könne man folgende Schritte unternehmen:
Erstens müssen sich Eltern in ihrem Erziehungsstil einig sein. Ein Kind müsse wissen, wo seine Grenzen sind. Wenn man bei Mama kein Stückchen Schokolade mehr bekommt, dann bei Papa auch nicht. Die Eltern müssen auf alle Fälle ein Team bilden.
Weiters sind gemeinsame Mahlzeiten sehr wichtig. Dabei solle man darauf achten, keinen belanglosen Smalltalk zu führen, sondern auf die Sorgen der Kleinsten einzugehen.
Zudem sollten Konflikte nicht vor Kindern ausgetragen werden, da diese sehr sensibel sind und Verhaltensmuster schnell übernehmen.

Diese Maßnahmen sind nicht einfach umzusetzen. Der Druck auf die Eltern sei groß, da heutzutage oft beide berufstätig sind und gestresst nachhause kommen. Die Kinder erwarten aber die volle Aufmerksamkeit. Um ihnen diese geben zu können, empfiehlt der Berater, dass man sich kurz eine Pause gönnen soll. „Setzen Sie sich 15 Minuten auf eine Parkbank, atmen Sie durch, schalten Sie ab und kehren Sie dann entspannt nach Hause zurück“, so Lehner.

Unterm Strich sei es immer am Wichtigsten, dass Eltern absprechen, wie sie zu gewissen Fragen stehen und in ihren Haltungen versuchen, so gut als möglich konform  zu gehen.
Insbesondere nach einer Trennung könne es vorkommen, dass man Kinder ausspielt und nach dem „Good guy – bad guy“ Prinzip versucht, die Kinder auf die eigene Seite zu ziehen.

„Man darf Kindern nicht die Rechnung präsentieren, weil die Eltern an ihrer Beziehung gescheitert sind“, betont der Berater. Und hier sei besonders viel Großzügigkeit und genaues Hinhören gefragt, um nicht in die Manipulationsfalle der Kinder zu tappen.

Wenn man Unterstützung beim Thema Erziehung und Partnerproblemen braucht, kann man Hilfe in einer der zahlreichen Österreichischen Beratungsstellen bekommen.