Ein Haus ist in der Mitte geteilt, in jeder Hälfte bleibt ein Elternteil übrig.

Wenn Eltern sich trennen – was ist das Beste für die Kinder?

Die Trennung der Eltern ist für die Kinder ein schlimmes Erlebnis. Ihr größter Wunsch: Sie sollen wieder zusammenkommen. Doch da das in den meisten Fällen nicht so sein wird, wie kann man für die Kinder eine bestmögliche Variante des Elternseins finden? Ist es womöglich das Beste, die Eltern bleiben, obwohl getrennt, im selben Haushalt?

Mag. Barbara Spranger ist Psychologin und Psychotherapeutin am Institut für Familien- und Jugendberatung in Linz: „Wichtig ist für Kinder Klarheit. Wenn Mama und Papa noch zusammen wohnen und so tun, als wären sie noch ein Paar, spüren sie dennoch, dass etwas nicht stimmt. Sie sind oft die Seismographen der Familie.“ Die Unsicherheit und die Frage, was jetzt eigentlich los ist, ist für Kinder ebenso schlimm, wie die Wahrheit – sie sind verwirrt, malen sich womöglich Horrorszenarien aus, die schlimmer sind, als die Realität.

Wichtig sei daher, mit den Kindern ein altersadäquates Gespräch über die Situation zu führen, egal, ob und wie man zusammen wohnt oder getrennt. „Optimal ist für die Kinder, wenn beide Elternteile nach wie vor gleich viel präsent sind – wenn sie also keinen von beiden ,verlieren’. Wenn sich die Eltern gut verstehen und extrem reflektiert sind, wäre ein Modell mit viel Präsenz beider Elternteile natürlich schön für die Kinder“, so die Beraterin.

Schwierig wird es meist dann, wenn neue Lebenspartner ins Spiel kommen. In dieser Konstellation braucht es sehr viel Vertrauen in den/die Andere/n. Erst wenn es ernst wird, ist es aus Sicht von Barbara Spranger notwendig, den jeweils neuen Partner den Kindern vorzustellen. „Im Grunde ist die Situation bei getrennten Paaren immer wieder neu zu justieren – und dabei ist immer an das Wohl der Kinder zu denken.“

Wer in aus eigener Sicht unlösbare Situationen gerät, holt sich am besten in einer der zahlreichen österreichischen Beratungsstellen Hilfe.