Beine im Bach

Weniger rationalisieren – mehr spüren

„Das alltägliche Leben fordert uns oft so sehr, dass es wenig Raum für Spiritualität lässt“, sagt Kerin Stephanides, Lebens- und Sozialberaterin und Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums Ladybird in Feldkirch. Kinder würden sich oft leichter tun, die Verbindung zu sich selbst und auch zur sogenannten „Anderswelt“ zu spüren. Zu viel würde rationalisiert werden, Vertrauen ins Bauchgefühl nimmt immer mehr ab. „Menschen fühlen sich in der derzeitigen Situation durch die ständige Unsicherheit bezüglich Covid-19 sehr fremdgesteuert.“, bedauert die Expertin. Oftmals würden Ängste verdrängt werden und viele würden mit Zorn und Unsicherheit leben. Auch Kinder und vor allem Jugendliche würden sich derzeit vermehrt an die Beratungsstelle wenden, da sie unter Schlafstörungen leiden. Dies hätte auch damit zu tun, dass man den Kontakt zu sich selbst verloren hat.

Der Rat von Kerin Stephanides: „Versuchen Sie, Ihre Ängste zu benennen und sich zu schützen. Sich wieder etwas mehr auf Ihre Gefühle zu besinnen, sich selbst mehr zu spüren.“ Dies kann man etwa auch mit Barfußgehen auf Steinen, Baumnadeln, Bächen – in der Natur üben.

Gerade jetzt, wo viel sonst üblicher Körperkontakt wegfällt, sei es wichtig, mit sich selbst gut in Kontakt zu sein.

Weiters wäre es wichtig, sich selbst positive Rückmeldung zu geben und sich zu loben, um nicht in einer unendlichen Schleife des Getriebenseins und des Rationalisierens zu versinken.

Auch Aggressionen und depressive Verstimmung könne so vorgebeugt werden.

Oft helfe es auch, sich auf die Metaebene zu begeben und nach dem Sinn des eigenen Lebens zu fragen, nach der Lebensaufgabe. „Durch diese Verbindung zu etwas mehr Spiritualität kommt man sukkzessive zu einem besseren Lebensgefühl“, so die Beraterin.

Wer dazu mit einem ausgebildeten Profi sprechen möchte, vereinbart am besten einen kostenfreien Termin in einer österreichischen Familienberatungsstelle. Welche für Sie passend ist, könnten Sie anhand unserer Suchfunktion ermitteln.