verzweifelte Frau mit Geschenkpapier

Wenn Weihnachten nicht so anstrengend wäre …

Weihnachten ist romantisch, ein idyllisches Fest, ein Fest der Liebe, des Schenkens, des Verständnisses, der Zärtlichkeit. So ist diese Zeit um den 24. Dezember in unseren Köpfen verankert und auch mit dementsprechenden Erwartungen und Vorstellungen aufgeladen. Eine Tatsache, die viele Menschen unter enormen Zugzwang setzt. Weihnachtsputz, Geschenksliste, Weihnachtsmenü, Christbaumschmuck, Weihnachtsfeiern und Einiges mehr sind Erledigungen und Verpflichtungen, die abgehakt werden müssen. Das kann schön sein und in Ruhe ablaufen, in den meisten Fällen ist es jedoch mit Hektik und Stress verbunden. Mag. Elisabeth Birklhuber, Mediatorin und Ehe- und Familienberaterin will vor allem eines vermitteln, wenn es darum geht, diesem Weihnachtsdruck Herr beziehungsweise Frau zu werden: „Weniger ist mehr und dieses weniger gilt es sich zu erlauben! Im Winter ist der Körper auf Sparflamme, es gibt wenig Sonne und man muss mit seinen Ressourcen haushalten. Gerade in dieser Zeit  Hochleistungen zu erbringen, das muss nicht sein.“ Die Beraterin, die unter anderem am Elterntelefon,  tätig ist, plädiert auf einen vernünftigen, offenen Umgang mit Überlastungen in dieser Zeit. „Wenn ich mich überfordert fühle, muss ich das zugeben und mir Unterstützung holen. Die Familie könnte sich zum Beispiel vor dem Fest zusammensetzen und miteinander besprechen, was sie unternimmt, damit sich der allgemeine Stress reduziert und wie viel Perfektion wirklich notwendig ist “

So könnten etwa die Erwachsenen auf Geschenke verzichten und nur die Kinder beschenkt werden.  Statt dem obligaten Luxus-Menü gibt es eine feine kalte Platte, die man sich vorbereiten lässt. Oder vielleicht wäre ein gemeinsamer Weihnachtsputz eine nette Sache? Möglicherweise ergibt sich in einer Weihnachts-Familienkonferenz auch die Idee, den Tag danach gemeinsam in einer Therme zu verbringen und den 24. selbst etwas schlichter zu gestalten. „Da gibt es viele Möglichkeiten und man findet bestimmt das Eine oder Andere, das Erleichterung bringt.“

Neben dem Druck rund um die Organisation gibt es auch noch die Erwartung, dass alles möglichst friedlich und in Harmonie ablaufen muss beim Fest der Liebe. Gerade dieser Anspruch macht erst recht Stress und führt zu Spannungen und Streitereien. Dazu rät Birklhuber „Lassen Sie das zu. Es muss und kann nicht immer alles friedlich sein. Beenden Sie Gespräche höflich und bestimmt, wenn Sie merken, sie könnten ausarten und vertagen sie die Klärung auf ruhigere Zeiten im neuen Jahr.“

Alles in Allem ist ein zentraler Punkt beim Thema Weihnachten, Bedürfnisse, Vorstellungen und Wünsche offen auszusprechen, und mit der Verwandtschaft Kompromisse zu finden. Auch wenn es um Besuche geht, die in dieser Zeit zu absolvieren sind. Wenn das Einigen schwierig wird, kann eine Lösung sein: „Heuer machen wir es so, nächstes Jahr kann es ja  anders sein, denn zum Glück ist Weihnachten alle Jahre wieder.“