Blatt am Wadboden

Weihnachten zum Glück vorbei

Die Weihnachtsfeiertage sind nicht immer nur positiv besetzt, sie können zu einer großen Herausforderung werden. Alexa Raninger ist Geschäftsführerin und Beraterin bei Nora – Beratung für Frauen und Familien. Sie hat unter anderem mit alleinerziehenden Frauen zu tun, die vor Weihnachten enormem Stress ausgesetzt sind: „Das kann damit zu tun haben, dass man noch wegen der Trennung Schuldgefühle hat und es den Kindern daher besonders schön machen möchte. Andererseits kommt auch häufig finanzieller Druck auf, da Weihnachtsgeschenke die Börse ganz schön belasten können.“ Oft würde auch der besserverdienende Partner durch teure Geschenke den elterlichen Wettbewerb um die Gunst der Kinder anheizen. „Wir versuchen in unseren Beratungen daher, vorerst das Selbstbewusstsein der Frauen zu stärken – das ist jedoch ein längerer Prozess“, erklärt Raninger. „Sie müssen Vertrauen in sich fassen, lernen dazu zu stehen, weniger zu schenken. Es muss ja nicht immer das neuste Handy sein.“ Letztendlich sei es auch wichtig, den Konsumdrang der Kinder zu hinterfragen.

Die Beraterin hilft hier auch mit konkreten Tipps: „Überlegen Sie, ob es nicht schön wäre, einander Zeit zu schenken. Sammeln Sie auch noch weitere Ideen, was statt materiellen Geschenken noch in Frage kommen könnte.“ So könnte man etwa auch Geld spenden, statt es auszugeben. Raninger empfiehlt auch gerne ein sogenanntes Zeitbuch, in dem die Familie fixe Zeiten einträgt, zu denen sie gemeinsame Aktivitäten plant.

Eine weitere Idee den Präsente-Wahnsinn zu reduzieren, sei „Wichteln im Familienkreis“. Jeder/jede zieht ein Familienmitglied, das er/sie beschenkt. Somit müsse jeder nur ein Geschenk besorgen.

Auch innerhalb von Beziehungen könne Weihnachten Stress bedeuten. „Oft ist es aufgrund von Traditionen oder einfach unterschiedlichen Vorstellungen schwierig, bezüglich des Feierablaufes Kompromisse zu finden – Konsens ist meist gar nicht möglich.“, weiß die Beraterin.

Wer das vergangene Weihnachtsfest mit Expert/innen Revue passieren lassen möchte und vielleicht das nächste Weihnachtsfest anders gestalten möchte, kann sich zu einem kostenfreien Gespräch bei einer der österreichischen Familienberatungsstellen anmelden.