Ein kleiner Junge im Weihnachtsmann-Mantel sitzt ganz konzentriert über seinem Brief an das Christkind.

Weihnachten: Von Kerzenschein und Päckchenbergen

Und schon wieder Weihnachten: Die Päckchen türmen sich – vor allem für die Kinder. Waren es gestern noch Bücher, Puzzles, Brettspiele und Puppen, so sind es iPhone, Xbox, PlayStation und Nintendo Wii, die sich die jungen Menschen von heute wünschen.

Der Brief an das Christkind hat sich inhaltlich gewandelt. Viele Eltern sehen die Weihnachtswünsche 2.0 kritisch. Wenn die Objekte der Begierde dann auch noch wenig altersgerecht oder teuer ausfallen, fragt man sich: Wie verhindert man die Enttäuschung unterm Weihnachtsbaum?

Mag. Eva Heistracher ist dipl. Ehe- Familien- und Lebensberaterin und tätig an der Beratungsstelle der Erzdiözese Salzburg. Sie rät, am Puls der Zeit zu bleiben. Denn: „Geschenke sind stets im Wandel. Heute sollten Kinder Zugang zu neuen Kommunikationsmitteln haben. Das fördert auch die soziale Zugehörigkeit mit Gleichaltrigen, die bereits beim Wünschen mitspielt“, weiß die Expertin. „Das heißt aber nicht, dass es unbedingt das neueste Smartphone sein muss.“

Steht dieses dennoch als oberstes auf der Wunschliste, obwohl es bei weitem zu teuer ist, könnte man mit dem Kind überlegen und verhandeln, ob es selbst einen Teil beisteuern könnte, z. B. mit seinem Zeugnis- oder Geburtstagsgeld. Man kann über gemeinsame Prioritäten und was wem in der Familie wichtig ist, diskutieren (z. B. gemeinsamer Urlaub, Bildung, Sport, Gesundheit, Kultur...) und diesen Dinge gegenüberstellen, die finanziell nicht mehr drin sind. So entsteht ein Bezug und Werte werden vermittelt.

Ist das Kind noch zu klein für sein gewünschtes Präsent, kann man eine altersgemäße Alternative suchen.

Möchte man einen Herzenswunsch definitiv nicht erfüllen, so sollte man dies vorab bereits besprechen und klare Grenzen setzen. „Was sich viele Eltern nicht trauen, ist für die Entwicklung aber sehr wichtig. Denn so lernen Kinder, mit einem ‚Nein’ und dem darauffolgenden Frust umzugehen“, erklärt Mag. Heistracher. „Die Angst der Eltern ist unbegründet, denn der Frust wird überschätzt. Kinder können das aushalten. Hilfreich ist es, ruhig zu bleiben und nicht zu sehr zu dramatisieren.“

Generell gilt: Geschenke sollten zum einen auf den Beschenkten abgestimmt sein, zum anderen aber auch die Handschrift des Schenkers tragen. Im besten Fall erschließt ein Geschenk einem Kind sogar ein Stück weit eine neue Welt und es macht neue Erfahrungen.

Damit der Geschenkewahnsinn erst gar nicht losgeht, ist es hilfreich, zu Weihnachten die Gemeinschaft in den Vordergrund zu stellen – eine schöne Zeit miteinander zu verbringen, zu feiern und sich auf die tiefere Bedeutung des Festes zu besinnen. „Wird Weihnachten nicht als ‚Geschenkefest’ inszeniert, sind die Erwartungen andere und der Geschenke-Druck verschwindet“, so die Expertin abschließend.