Finger bilden Sternform

Weihnachten einmal anders

„Was, jetzt schon?“ Stellte man sich diese Frage vor ein paar Jahren noch im November, so wird die Weihnachtsdekoration neuerdings schon im Oktober aufgehängt und Lebkuchen, Nikolause und dergleichen gibt es ab Ende des Sommers. 

Doch Weihnachtsstimmung kann man nicht einfach so wie Weihnachtsbeleuchtung anknipsen. Dennnoch, der überschwänglichen Vorfreude des Handels auf Weihnachten lässt es sich kaum entgehen. „All diese Eindrücke haben eine Wirkung auf uns.“, erzählt Katharina Marek-Baudisch, Diplompädagogin bei der Beratungsstelle Eltern für Kinder Österreich. „Wichtig ist es dabei, auch auf ärgerliche Gefühle bewusst zu achten und sich gleichzeitig für einen eigenen Weg zu entscheiden. Nur dadurch können wir in Frieden damit sein.“

Hilfreich ist dabei auch, für sich die Bedeutung von Weihnachtsstimmung zu definieren. Was steckt für mich hinter dem Fest? Geht es um die Beziehung, das Zusammensein oder die ruhige, besinnliche Zeit? Marek-Baudisch erzählt dabei von der innerlichen Stopphand: „Jeder sollte einmal innehalten, einen Schritt zurückgehen und sich fragen: Was will ich und was will ich nicht?“ Dabei geht es darum, sich bewusst zu machen, wie man die Weihnachtszeit gestalten kann, sodass es die eigene Entscheidung für das Fest ist und nicht eine von Außen getriebene und aufgezwängte Weihnachtsstimmung – mit der man gar nicht glücklich ist. Natürlich kann das auch innerhalb der Familie besprochen werden. Marek-Baudisch warnt jedoch davor, dass Kinder damit überfordert sein können: „Besser ist es daher diese Fragen zuerst als Person für sich selbst zu definieren.“

Damit der Gedanke an Weihnachten in Zukunft nicht gleich auch ein Stressgefühl hervorruft, ist es nützlich zu überlegen wie die unangenehmen Pflichten ausgelagert werden können. Wenn Keksebacken für jemanden nur mühevolle Arbeit bedeutet, für die viel zu wenig Zeit zur Verfügung steht, kann das auch einmal von der Großmutter übernommen werden – die sich möglicher Weise ohnehin darüber freut. Baum aussuchen macht keinen Spaß? Dann kann diesmal vielleicht Sohn oder Vater ein passendes Exemplar auswählen. Im Gegenzug packt man zum Beispiel Geschenke ein oder schmückt den Adventkranz. Solch kleine Weihnachtsallianzen können ganz einfach helfen, die Zeit ein wenig gelassener zu sehen. Marek-Baudisch: „Oft hilft es auch schon auszusprechen, was einem an dem üblichen Weihnachtsgehabe stört. Dabei muss der Anspruch nicht darin bestehen gar keinen Stress zu haben – denn zu einem gewissen Grad ist das nunmal auch Realität.“

Trotz all der äußeren Einflussfaktoren kann jeder für sich selbst bestimmen, was Weihnachten für ihn/sie bedeutet und wie er/sie diese Zeit erleben möchte – und Weihnachten so einmal anders verbringen.