Cyber-Mobbing

Was tun bei Cyber-Mobbing?

„Cyber-Mobbing ist ein Teil von bereits realem Mobbing. Es verlagert sich oft ins Internet, weil es den Täter/innen gelingt, dort anonym zu agieren und die Treffgenauigkeit höher ist“, erklärt Diplom-Sozialarbeiter Wolfgang Loidl, Familienberater in den Beratungsstellen des Instituts für Jugend und Familie und Schulsozialarbeiter des Vereins Spektrum in Salzburg, das Phänomen der digitalen Belästigung.

Mobbing ende meist nach dem Unterricht. Doch bei Cyber-Mobbing ist es möglich, das Opfer rund um die Uhr zu belästigen. Zusätzlich erreiche man eine größere Zielgruppe mit seinen Aktionen. Peinliche Fotos und Videos können damit in Sekunden verbreitet und kaum wieder gelöscht werden. Die Täter/innen seien meist schwer auffindbar, da man auch nicht weiß, wer welches Bild/welchen Text weitergeschickt hat.
„Durch den Handygebrauch in jungem Alter zeigt sich auch eine Tendenz in Richtung jüngere Opfer und Beteiligte. Am häufigsten werden Cyber-Mobbing Attacken in der 2., 3. und 4. Klasse der neuen Mittelschule und Gymnasien beobachtet, zum Teil sogar schon in der 1. Klasse“, so der Berater.
Bei einem Cyber-Mobbing Fall solle man so rasch als möglich reagieren, damit bereits verbreitete Fotos und Videos wieder entfernt werden können. „Am besten man sichert alle Beweise, macht Screenshots der bloßstellenden Inhalte und meldet den Vorfall der Schule!“, rät der Experte. Das Problem sei aber nicht aufgehoben, nur weil die peinlichen Fotos wieder aus dem Netz verschwinden. Man müsse den Cyber-Mobbing Vorfall wieder zurück ins reale Leben holen, denn der Ursprung für das Problem selbst, liege meist in der Klasse oder einer Peergruppe.
Mittels Einzel-und Gruppengesprächen mit dem/der Schulsozialarbeiter/in, Workshops in Klassen oder auch die Einladung der Jugendpolizei können bestehende Probleme gelöst werden. Sollten Eltern merken, dass ihre Kinder von Mobbing betroffen sind, müsse man unbedingt mit der Schule Kontakt aufnehmen.
Präventiv müsse aber auch einiges passieren. „Kinder und Jugendliche müssen über die Gefahren des Internets aufgeklärt werden. Das Internet ist heutzutage Teil der Lebenswelt und muss daher beispielsweise in einem eigenen Schulfach behandelt werden“, betont der Berater. Kinder und Jugendliche sollen lernen, wie man mit den neuen Medien umgehe, welche Quellen man nutzen könne und welche nicht. Durch eine ausführliche Aufklärung seitens der Eltern, der Schule sowie andere präventive Maßnahmen könnten Cyber-Mobbing Attacken verringert werden.

Wichtig sei aber auch die Vorbildwirkung von Erwachsenen. Oft komme es vor, dass auch Eltern und Lehrer/innen sich der Gefahren im Netz nicht bewusst sind. Daher müssen auch diese für dieses Thema sensibilisiert werden. „Zeigen Sie ihren Kindern, was sie selbst im Internet machen, damit sie von ihnen lernen können und lassen Sie sich auch von ihren Kindern zeigen, was diese machen! Gemeinsam können sie so entscheiden, wo die Grenzen liegen!“, so Loidl.

Wenn man Hilfe und Rat zum Thema Mobbing sucht, kann man sich an die zahlreichen Beratungsstellen in ganz Österreich wenden. Ein guter Tipp ist auch die Website www.saferinternet.at, welche Infos rund um den sicheren Umgang mit digitalen Medien bietet.