Ein bunter Bücherstapel ziert die rechte Bildhälfte.

Schlaue Bücher für Eltern gibt es jede Menge. Sie unterliegen den Trends und Moden ihrer Zeit den Theorien ihrer Autoren. „Selbsternannte Pädagogen“ ergänzen dieses bunte Portfolio an Ratgebern zum Thema Erziehung. Wie soll man da das richtige Buch finden? Und wie kann man Laien und Experten auseinanderhalten?

„Die Autoren von Erziehungsratgebern orientieren sich oft an aktuellen Themen aus der neurobiologischen und psychologischen Forschung; oder auch Hirnforschung. Diese stützt sich wiederum auf die Literatur zu den jeweiligen Themen“, erklärt Mag. Eva Bitzan, dipl. Ehe-, Familien- und Lebensberaterin in einer Beratungsstelle der Erzdiözese Wien. „Neben dieser Wechselwirkung von Forschung und Literatur gibt es auch die Medien, wo aktuelle Trends zum Thema Erziehung diskutiert werden, wie etwa Grenzen setzen, Ressourcen nutzen, Schulprobleme oder ADHS, Gewaltfreiheit, Kommunikation, Bindungstheorien, Trennung und Scheidung.“

Bei der Suche nach dem passenden Erziehungsratgeber können gute Buchhändler helfen. Sie kennen die aktuellen Trends und können bei konkretem Bedarf gezielt Literatur auswählen. Neben theoretisch angelegten Büchern (wie von Thomas Gordon) gibt es auch praktisch orientierte Ratgeber, die Tipps für den Erziehungsalltag geben (wie von Jan-Uwe Rogge oder Jesper Juul). Es empfiehlt sich daher, beim Kauf das Buchgeschäft des Vertrauens dem Online Händler vorzuziehen.

Erziehungsfragen werden aber auch in den österreichischen Familienberatungsstellen beantwortet. Sie unterstützen Eltern und Kinder in Problemsituationen und begleiten Familien im Erziehungsalltag. „Der Besuch einer Beratungsstelle schafft Erleichterung und vertiefende Gespräche können Ursachen für Probleme aufdecken“, so die Beraterin. „Die meisten Eltern in den Beratungsstellen lesen zusätzlich Erziehungsratgeber. Ihnen rate ich, diese nicht oberflächlich querzulesen und nach Gießkannenprinzip auszuprobieren, denn das führt nicht zum Ziel. Sinnvoll ist es, einen Ratgeber ausgehend vom bestehenden Problem – etwa Konflikte in der Pubertät, Schulverweigerung oder ADHS – auszusuchen.  Gezielt an einem Thema zu arbeiten bringt deutlich mehr Erfolg.“

Die österreichischen Beratungsstellen haben zudem Informationen über aktuell vortragende Experten zum Thema Erziehung. Jan-Uwe Rogge, Jesper Juul und Haim Omar etwa treten persönlich auf und halten Vorträge für Eltern. Diese werden persönlich angesprochen und Erziehungsthemen mit Humor und ohne erhobenen Zeigefinger aufgegriffen.

„Erziehungsratgeber sind grundsätzlich keine Pflichtlektüre für Eltern, denn Erziehung ist ein sehr natürlicher Prozess. Man darf dabei ruhig auf sein Gefühl vertrauen und intuitiv vorgehen. In Situationen, in denen man nicht weiter weiß, oder bei bestehendem Leidensdruck ist es aber sehr wichtig, Unterstützung durch Bücher oder Beratungsstellen anzunehmen“, sagt die Expertin abschließend.