Jugendliche verschiedener Herkunft sitzen gemeinsam auf einer Bank im Freien.

Was kann man zum interkulturellen Zusammenleben beitragen?

Wo Menschen verschiedener Herkunft zusammenkommen, treffen andere Sprachen, Kulturen und Lebensgewohnheiten aufeinander. In der Beziehung, im Freundes- oder Bekanntenkreis, am Arbeitsplatz, im Kindergarten, in der Schule oder auf der Straße: Das interkulturelle Miteinander kann in jedem Lebensbereich stattfinden.

„Das Zusammenleben schließt jeden mit ein und niemanden aus“, so Elisabeth Eisner. Sie ist Beraterin im Verein LEFÖ in Wien, einer Organisation von und für Migrantinnen und weiß: „Es geht dabei um das Verständnis für unterschiedliche Bedürfnisse, auch kulturelle, sowie um die Bereitschaft, sich damit auseinanderzusetzen.“

Diese Offenheit ist nicht immer einfach, denn das Fremde kann verunsichern oder sogar Angst machen. Die Expertin rät zur Auseinandersetzung mit diesen Gefühlen: „Es hilft sich zu fragen: ‚Woher kommen meine Bilder oder Phantasien?’ ‚Welche Erfahrungen habe ich gemacht?’. Aus unangenehmen Erlebnissen können Vorurteile entstehen, die man hinterfragen muss um sie abzubauen. Ob Menschen anderer Herkunft verunsichern hat auch mit der persönlichen Lebenssituation zu tun: Z.B. wer um seine Existenz fürchten muss, fühlt sich möglicherweise eher verunsichert und ist weniger aufgeschlossen.“

Die Beraterinnen und Berater der österreichischen Familienberatungsstellen bieten in dieser Situation gerne ihre Unterstützung an. Sie decken individuelle Vorbehalte auf und geben Tipps für den respektvollen Umgang miteinander. Aber auch wer von den Anfeindungen selbst betroffen ist, kann sich hier informieren: Wie man am besten darauf reagiert, wie man sich davor schützt und wohin man sich wenden kann. Die Experten klären über das System auf und schaffen Aufmerksamkeit: Neben Workshops zum interkulturellen Zusammenleben werden Projekte in Schulen angeboten, wo sich Lehrer und Schüler mit andere Sprachen, Kulturen und Lebensgewohnheiten auseinandersetzen.

„Für das interkulturelle Zusammenleben sind neben der persönlichen Situation und Einstellung auch die gesellschaftspolitischen und strukturellen Bedingungen bedeutsam, wie das Klima in der Bevölkerung oder die Situation auf dem Arbeitsmarkt“, so Elisabeth Eisner abschließend. Aus diesem Grund arbeitet  der Verein LEFÖ ua mit Lobbying um ein Bewusstsein und Verständnis für (inter)kulturelle Bedürfnisse und den eigenverantwortlichen Umgang mit Integration unter anderem mit Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung der Gesellschaft.