Mann ist verzweifelt

Was ist Manipulation und wie erkenne ich sie?

„Es sei vorausgeschickt: So gut wie jeder Mensch manipuliert. Wir haben das in unserer Kindheit gelernt. Die Mutter kommt, wenn ich als Kind geschrien habe, sie tröstet mich, selbst wenn es sich um Krokodils-Tränen gehandelt hat“, weiß Avelina Martinez-Löffler, Familien-, Erziehungs- und Dipl. Lebensberaterin im Eltern-Kind-Zentrum Schwaz: „Wir haben also erfahren, dass man diese Strategie anwenden kann, um etwas zu erreichen und oft funktioniert sie immer noch sehr gut – in vielen zwischenmenschlichen Begegnungen.“

Es gehören laut der Beraterin aber immer zwei dazu: Der/diejenige, der/die manipuliert und der/diejenige, der/die sich manipulieren lässt. Sollte es sich nämlich um eine sogenannte offene Manipulation handeln, ist es dem anderen ja meist bewusst – aber es wird zugelassen.

„Das Grundthema dabei ist immer, dass ich andere für meine Gefühle und mein Glück zuständig mache und dann auch versuche, über die emotionale Schiene zu erpressen“, meint Martinez-Löffler. Oft seien es auch versteckte Botschaften, die man mit einer emotionalen Äußerung mitteilen möchte. Vielen Menschen gelingt es nämlich nicht, ihren eigentlichen Wunsch zu nennen. Wie etwa junge Mütter, die ganz einfach nicht immer rund um die Uhr für ihr Baby zuständig sein wollen, es aber so direkt nicht sagen können.

Im ersten Schritt sei es daher wichtig zu erkennen, dass mehr Selbstverantwortung für sich und die eigenen Bedürfnisse möglicherweise schneller zum Ziel führt. Dafür brauche es, wie bei so vielen anderen ähnlichen Themen, Selbstreflexion.

Wichtig sei aber auch, möglichst keinen Leidensdruck aufkommen zu lassen, denn selbst wenn man erkennt, dass man manipuliert oder manipuliert wird – dies sei eine gängige Variante der zwischenmenschlichen Kommunikation. Erst die eigene Bewertung macht sie zu etwas Negativem. „Man kann das auch niedlich finden, wenn jemand Tränchen weint, um etwas zu bekommen“, meint die Expertin.

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