Mädchen umarmt Burschen

Was geht ab …

… mit mir und meinem Körper? Was ist normal? Viele Fragen für die es kein großes Trara braucht – sondern nur einen offenen Umgang.

Gerade in der Pubertät werden Freunde immer wichtiger und gleichzeitig möchte man sich von den Eltern abgrenzen. Dennoch bleiben Eltern die Vertrauenspersonen, die stets für einen da sind. Laut Jugendsexualitätsstudie (BZgA 2010) ist nach der besten Freundin gleich die Mutter Hauptansprechpartnerin in Aufklärungsfragen.

Um sich zu informieren, spielen neue Medien eine immer stärkere Rolle. Beliebt und einfach ist es daher, sich über das Internet zu informieren und sich im Freundeskreis darüber auszutauschen. Doch Vorsicht: Nicht alles, was man im Internet sieht, entspricht dem, was im Allgemeinen als normal angesehen wird. Oft wird dann geglaubt, dass das, was man in Pornos sieht, auch real praktiziert wird. Daher ist es wichtig Jugendliche darauf vorzubeiten und ihnen schon im Voraus Tipps zu geben, welche Quellen verlässlich sind und wovon man sich nicht beeinflussen lassen sollte.

In der präventiven Arbeit kommen diese Fragen oft ans Tageslicht, erzählt Olaf Kapella: „In unseren Workshops gibt es zunächst einen gemeinsamen Part mit einer größeren Gruppe. Im zweiten Teil bilden wir Kleingruppen – meine Kollegin spricht mit den Mädchen und ich mit den Burschen.“ Dabei geht es nicht nur um Sex. Auch Gefühle sind gerade zu diesem Zeitpunkt sehr stark, unterschiedlich und neu. Viele Fragen kommen auf: Wie kann man jemanden vertrauen? Wie laufen Beziehungen? Wenn ich noch nicht will, wie kann ich ihm/ihr das klar machen? Wie sage ich, was ich denke? Aber auch Jugendliche sollen wissen: Man muss nicht über alles reden. Was einem zu intim ist, muss nicht vor der ganzen Gruppe ausgebreitet werden. „Vor allem bei Jüngeren kommt diese Möglichkeit sich auszutauschen und ganz offen zu fragen sehr gut an, denn in diesem Alter ist es unüblich, sich direkt an Beratungsstellen wenden.“, so Kapella. Andere Angebote wie Hotlines oder Internetberatung werden gut angenommen. Erst die Älteren und jungen Erwachsenen treten üblicher Weise aktiv mit bestimmten Anliegen oder Fragen direkt mit Beratungsstellen in Verbindung und machen sich einen Termin aus.

Wichtig ist daher ein gutes Zusammenspiel zwischen Eltern, Schule und weiteren Informationsquelllen. Die Offenheit aller Ansprechpersonen jederzeit über alles sprechen zu können aber nicht zu müssen, hilft und ist auf jeden Fall eine gute Basis, um Ungewisses aus dem Weg räumen zu können.

Wer dennoch nicht mit den Eltern über all dies sprechen möchte, findet viele gute Informationen in Broschüren, Büchern oder Online-Plattformen.

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