Alkohol und Zigaretten
Alkohol und Zigaretten

Was bringen Drogen wirklich?

Jede und jeder kennt Situationen und Phasen, in denen man sich am liebsten wegbeamen möchte – nicht mehr nachdenken, am besten ganz wo anders sein. Michaela Mathae, Psychotherapeutin und Beraterin beim Verein Familie und Beratung, nennt klassische Beispiele: „Bei Jugendlichen hat es sehr viel mit Überforderung und Leistungsdruck zu tun, dass sie zu Drogen greifen. Sie müssen cool sein, einem enormen Tempo standhalten und sind oftmals auch Gruppendruck ausgesetzt.“ Aber auch die sogenannte „broken home“ Situation, wo Trennungen häufig auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden, könne dazu beitragen, zu Alkohol, Nikotin, Marihuana oder Ähnlichem zu greifen. Wichtig sei seitens der Eltern, sich für die Probleme der Jugendlichen zu interessieren und den Raum dafür zu schaffen, für alle Probleme Anlaufstelle sein zu können.

Bei Erwachsenen würde Drogenkonsum oft damit beginnen, dass man Entspannung braucht. Dazu die Beraterin: „Man sucht oftmals in einer schwierigen Situation kurzfristige Erleichterung, die ein oder zwei Gläschen Alkohol einfach und verlässlich bringen. Oder man zündet sich eine Zigarette an, um eine Pause von allem zu haben.“ Man wolle etwa nach einem Streit oder einem beruflichen Misserfolg einfach nicht mehr länger darüber nachdenken und suche einen raschen Ausweg. Dies sei auch von Zeit zu Zeit legitim, solange es nicht überhandnimmt: „Die Gefahr ist, dass das immer häufiger und damit zur Gewohnheit wird. Dass man schon automatisch zur Flasche greift, wenn es einem einmal nicht so gut geht. Oder dass die Zigarettenpausen die einzig entspannenden Auszeiten am Tag sind.“

Die Aufgabe sei es, Alternativen zu entwickeln, die Erleichterung bringen. Michaela Mathae rät: „Suchen Sie sich als erste gute Möglichkeit Entspannungstechniken, die Ihnen entsprechen – die kann man sogar online, etwa auf Youtube, finden und erlernen.“ Weiters gilt es, Auswege aus dem zugrundeliegenden Problem zu finden. Dazu müsse man nicht unbedingt eine Psychotherapie beginnen. Beratungsstellen bieten eine sehr unkomplizierte Möglichkeit, sich mit einem Profi auszutauschen.

Wer in ein echtes Drogenproblem schlittert, könne eine spezialisierte Einrichtung aufsuchen.

Für ein kostenfreies Gespräch können Sie über unsere Suchfunktion eine passenden Beratungsstelle finden und telefonisch oder per Mail einen Termin in einer der zahlreichen österreichischen Familienberatungsstellen vereinbaren.