Weißes Männerhemd mit roten Lippenstiftspuren

Warum tust Du mir das an?

Laut Statistik passiert es in 50 bis 60 Prozent aller längeren Beziehungen: Ein Partner geht fremd. Oft ist es dann nicht nur die eigene Hochschaubahn der Gefühle, mit der man sich auseinandersetzen muss – wenn die Sache ernst wird und es nicht beim One-Night-Stand bleibt, muss der Partner wohl oder übel eingeweiht werden …

„Bevor wir das tun, macht es Sinn, über die Ursachen nachzudenken und nicht immer sofort die ursprüngliche Beziehung hinterfragen – zuerst ist wichtig, zu ergründen: Wie ist es dazu gekommen? Welche Bedürfnisse wurden nicht erfüllt und warum?“, erklärt die dipl. Ehe- und Familienberaterin Steffi Zuckerstätter.

Häufig ist im Falle einer Außenbeziehung die Balance in der Partnerschaft gestört. Laut Paartherapeut und Buchautor Hans Jellouschek ist eine von den von ihm definierten vier Polaritäten unausgeglichen: 1. Sicherheit und Erregung, 2. Bindung und Autonomie, 3. Nähe und Distanz, 4. Pflicht und Lust. Sucht sie etwa eine symbiotische Bindung und klammert und er wünscht sich autonome Freiheit, so ist die Außenbeziehung fast vorprogrammiert. Ziel ist, eine dynamische Balance zu finden.

Auch ist zu bedenken, dass eine Beziehung unterschiedliche Entwicklungsphasen durchlebt und manche dieser Phasen dann Außenbeziehungen provozieren können. So etwa wenn Frauen stillen und sich aus dem Sexualleben zurückziehen. „Dabei dürfen sich die Partner nicht verlieren. Passiert es dennoch und es kommt zur Trennung oder Außenbeziehung, so ist es wichtig, die Gründe ausreichend zu reflektieren“, erklärt Steffi Zuckerstätter.

Experten unterstützen dabei und helfen außerdem, Abstand vom Opfer-Täter-Denken zu finden. Waren es früher eher Frauen, so kommen heute sogar viele zu Zweit in die Beratung.

Steffi Zuckerstätter ist dipl. Ehe- und Familienberaterin in der Beratungsstelle der Erzdiözese Salzburg. Zum Thema informieren und unterstützen auch die Beraterinnen und Berater der österreichischen Familienberatungsstellen.