Sylvesterparty

Vorsätze fürs neue Jahr: vorprogrammierter Frust?

Dr. Karl Leibetseder, klinischer Psychologe, Gesundheitspsychologe und Vereinsvorstand der Gesellschaft für Persönlichkeits- und Berufsbildung, betrachtet das Thema der Neujahrsvorsätze von einer anderen Sichtweise als man erwarten würde: „Wir sind vor allem, was wir uns merken. Und das, was wir an einem wichtigen Datum gemacht haben, bleibt uns meist im Gedächtnis. Denken Sie an Ihren vergangenen Geburtstag – Sie wissen sicher noch, was Sie da gemacht haben, nicht aber, was an einem anderen beliebigen Datum passiert ist.“ Deshalb schlägt er vor, dass man den Neujahrstag als Anker für etwas setzen kann, das man sich vorgenommen hat. Leibetseder rät aber davon ab, sich die typischen Gesundheitsziele zu setzen. „Wenn man Gewicht abnehmen, mit dem Rauchen aufhören oder mehr Sport treiben will, muss dies gut begleitet und vorbereitet sein. Sonst ist der Frust – wie jedes Jahr – nach geringer Zeit vorprogrammiert.“

Leibetseder rät, sich zu Silvester etwas gänzlich anderes vorzunehmen: „Feiern Sie ein schönes Fest an das Sie sich gerne erinnern! Setzen Sie in unserer hektischen Zeit ein Zeichen und nutzen Sie den Tag, um in einem schönen Miteinander einen genussvollen Abend zu verbringen.“ Was der Experte damit anspricht ist die wertvolle Qualitätszeit mit der Familie, die oft während des Jahres zu kurz kommt und die man in den Zwischenfeiertagen zelebrieren könnte. „Überlegen Sie gemeinsam, wie Sie das Fest gestalten wollen: mit der Tradition des Bleigießens, mit Gästen oder auch einfach mit niveauvollen Gesprächen.“ Bei diesen könne man etwa auch über den Tellerrand schauen, über Vorhaben in der Zukunft sprechen oder den Abend nutzen, um über das vergangene Jahr zu reflektieren. So könnte dieser Silvesterabend dann der Start in eine Zeit sein, in der man einander Lebenskraft gibt und sich gegenseitig bereichert und in dem Neujahrsvorsatz „mehr Qualitätszeit miteinander“ münden.

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