Eine glückliche Mutter hält ihr lachendes Kind im Arm. Das Kind hat Trisomie 21.

Vorbereitung auf ein Leben mit einem behinderten Kind

Wenn sich werdende Eltern entscheiden, ein Kind mit Behinderung zur Welt zu bringen, erleben sie meist eine Reihe von kritischen Situationen. Experten können sie in der Bewältigung dieser Krise begleiten und unterstützen. 

Oft ist die größte Enttäuschung der werdenden Eltern, dass ihr engstes Umfeld sie kaum unterstützt. Viele Leute wissen einfach nicht, wie sie mit solch einer heiklen Situation in ihrem engsten Kreis umgehen sollen. „Manchmal lassen sich Verletzungen und der eventuellen Rückzug von Bekannten und Freunden vermeiden, wenn die betroffenen Eltern klar formulieren, welche Art von Unterstützung und Verhalten sie sich wünschen.“, rät Mag. Kirsten Ratheiser von der Beratungsstelle INKLUSION:KÄRTEN - ungehindert behindert.

Manchen Eltern hilft es sich gut auf das Leben mit einem Kind mit Behinderung vorzubereiten, sich mit anderen betroffenen Eltern zu treffen und Erfahrungen auszutauschen, mit unterschiedlichen Fachleuten (Ärzten, Therapeuten, etc.) zu sprechen, darüber zu lesen etc. Andere möchten nur die nötigsten Informationen und versuchen sonst sich so entspannt wie möglich auf das Kind zu freuen. 

 Ist das Kind erst geboren, erhalten die Eltern häufig die unterschwellige Botschaft „wenn wir alles richtig machen, dann wird am Ende alles gut“. Dies führt dazu, dass sie bis zur Erschöpfung von Arzt zu Arzt und von Therapie zu Therapie hetzen. In der Beratung gelingt es den Eltern oft für sich das „richtige Maß und Ziel“ herauszufinden und so diesen Leistungsdruck zu reduzieren. 

Falls die Familie andere Kinder hat, empfehlen Experten und Berater „so weit wie möglich“  normale Geschwisterverhältnisse zuzulassen. Die Emotionen der Kinder ohne Behinderung sind wichtig und erlaubt, man sollte nur offen darüber reden und sie auf keinen Fall verbieten. Geschwister-Rivalitäten spielen eine wichtige Rolle in der sozialen Entwicklung jedes Kindes.  

Es ist auch eine offenere Haltung und positive Entwicklung in unserer heutigen Zeit gegenüber Personen mit Behinderung zu spüren. Die Tendenzen gehen immer mehr in selbstbestimmtes Wohnen und gegen Behinderten-Heime.

Wird in der Schwangerschaft eine Diagnose gestellt ist die intensive Begleitung und Beratung wichtig. Es gibt keine „schöne, angenehme Entscheidung“. Die Eltern haben die Wahl, ein Kind mit Behinderung zur Welt zu bringen und es mit allen Konsequenzen ein Leben lang zu begleiten oder sie entscheiden sich dafür ein Kind, das bei der Diagnoseerstellung im Normalfall schon „ein winziges, fast fertiges Baby“ ist, das nur noch wachsen muss um geboren zu werden, töten zu lassen. Den Prozess diese Entscheidung zu fällen, sollte niemand alleine durchmachen müssen.

Hilfe für Betroffene rund um dieses Thema gibt es in allen Beratungsstellen und Einrichtungen, die „psychosoziale pränatal diagnostische Beratung“ anbieten.