Traurige junge Frau sitzt einsam vor drei Personen, die sich gut verstehen

Verwandte und Freunde des Partners sind mir unsympathisch

Familientreffen mit der Verwandtschaft des Partners in Aussicht und der Magen krampft – das kennen viele. Und auch die Freunde seines liebsten Menschen hätte man sich oft selbst nicht ausgesucht. Doch irgendwie muss man sich hier arrangieren. Aber wie? Ohne sich zu verstellen und immerzu bei sämtlichen Zusammenkünften nur flüchten zu wollen?

Mag. Barbara Petsch ist Beraterin in der St. Elisabethstiftung der Erzdiözese Wien und begleitet u.a. Paare in Konfliktsituationen. Bei so einer unangenehmen Sache rät sie, die Lebensgeschichten dahinter zu beleuchten: Woher kommt diese Aversion? Seit wann und wie kam es dazu? Es können auch Missverständnisse, mangelnde Kommunikation oder unterschiedliche Erwartungen dazu geführt haben. In einer Beratungssituation kann man versuchen, die negativen Gefühle einzuordnen.

„Wenn ich einmal über mich selbst und meine Probleme mit seinen/ihren Leuten Bescheid weiß, führt der zweite Schritt zu meinem Partner. Mit ihm muss ich in Ruhe klären, welche Möglichkeiten wir haben, Kompromisse einzugehen, in Bezug auf Treffen mit seiner/ihrer Familie oder mit seinen/ihren Freunden“, erklärt die Expertin. „Jeder hat seine persönliche Lebensgeschichte und Verschiedenheiten. Auch in den familiären Hintergründen sind sie nur natürlich. Man muss nur einen gemeinsamen Weg finden, wie man ohne Kränkungen die Situation für alle gleichermaßen angenehm auflöst.“ Mag. Barbara Petsch rät Paaren, die negative Konfliktspiralen, die oft gerade innerhalb von Großfamilien-Konstellationen auftreten, in konstruktive, positive Bahnen zu lenken. Denn hier gibt es nicht selten etwa familiäre Traditionen, zu denen man als Partner oft verpflichtet wird. Da eine gemeinsame Lösung zu finden kann sehr problematisch werden. „Beratung und Mediation bieten sich an, wenn man zu Zweit nicht weiterkommt“, so die Beraterin. 

Mag. Barbara Petsch ist Beraterin in der St. Elisabethstiftung der Erzdiözese Wien sowie eingetragene Mediatorin in freier Praxis. Menschen und Konflikte stehen seit 1998 im Mittelpunkt ihres beruflichen Weges.

Zum Thema informieren und unterstützen die Beraterinnen und Berater der österreichischen Familienberatungsstellen.