Ein Vater und sein Baby liegen nebeneinander und schlafen. Sie sehen sehr zufrieden aus.

Vater werden ist nicht schwer

Wenn ein Paar ein Kind erwartet, sind die Rollen fürs Erste klar verteilt: Der Embryo beginnt im Uterus zu wachsen. Der Körper der werdenden Mutter beginnt sich rasch zu verändern. Sie wird das Baby in sich tragen und die Schwangerschaft mit all ihren Freuden und Beschwerden durchleben. Sie wird die ersten Regungen des kleinen Wesens spüren und kann von Beginn an die Entwicklung des Kindes ganz nah erleben. Väter erleben diese Veränderungen indirekt. Sie können mit dem ungeborenen Kind über die Partnerin und ihren Körper in Beziehung treten und dadurch eine Bindung aufbauen.

„Schön ist es, wenn werdende Eltern möglichst bewusst Zeit miteinander verbringen, sie gemeinsam mit dem Baby im Bauch sprechen, die Geburt gemeinsam planen oder etwa gemeinsam bei den Ultraschalluntersuchungen einen ersten bildhaften Eindruck vom Kind bekommen. So kann es den Vätern gut gelingen, sich in ihre neue Rolle einzufinden“, empfiehlt Mag. Maria Kaiser, Klinische- und Gesundheitspsychologin sowie Psychotherapeutin bei der Beratungsstelle Mikado in Sarleinsbach.

Dass der Mann bei der Geburt des Kindes  anwesend ist, wird von den meisten Frauen als sehr hilfreich erlebt – sie fühlen sich sicherer. Auch viele Väter beschreiben dies als ein sehr schönes, einzigartiges Erlebnis. Männer können ihre Partnerin während der Geburt aktiv unterstützen, doch die Schmerzen, und das Gebären an sich, können sie der werdenden Mutter nicht abnehmen. Dies kann bei den Männern zu einem Gefühl der Hilflosigkeit führen.

„Ob der Partner bei der Geburt dabei sein möchte oder nicht, das soll das Paar gemeinsam entscheiden. Für eine positive Vater-Kind-Beziehung ist das Dabeisein bei der Geburt nicht der einzige ausschlaggebende Aspekt“, so Mag. Kaiser.

„Eine gute Beziehung zum Kind entsteht durch Kontakt: wickeln, baden, anziehen. Spazierfahrten, Berührungen. Auch alles, was direkt nach der Geburt passiert, in der allerfrühesten Zeit, fördert die Bindung. Der Vater kann aktiv werden“, weiß die Expertin. Wichtig sei daher, Vaterschaftsurlaube zu nutzen.

Kommt es zu Uneinigkeiten oder Konflikten rund um Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft, kann in Beratungsstellen Hilfe in Anspruch genommen werden. Klärende Gespräche dazu werden von allen Familienberatungsstellen Österreichs angeboten, und es gibt auch die Möglichkeit für werdende Väter, sich Rat zu holen.