Teenagerpaar steht auf Klippen vor dem Meer

Junge Liebe: Amors Pfeile im Sommerurlaub

Wenn die Jugendliche ins „richtige“ Alter kommen, stehen Eltern häufig vor einer neuen Herausforderung: dem Urlaubsflirt oder der Urlaubsliebe, die nicht immer positiv endet und damit zumindest für eine zeitlang Herzschmerz hinterlassen kann.

“Es ist empfehlenswert, schon vor dem Urlaub mit den Jugendlichen zu reden und sie über Sexualität, Verhütungsmaßnahmen und Gefahren aufzuklären. Dies sollte allerdings ein kontinuierlicher Prozess sein.“, so Dr. Karin Urban vom Zentrum für Ehe und Familienfragen in Innsbruck. Wesentlich ist, dass Eltern den Dialog mit den Kindern suchen und gemeinsam mit ihnen über Vorstellungen, Anliegen oder Sorgen sprechen – auch wenn die Gesprächspartner vielleicht konträre Standpunkte vertreten. Hat der Vater beispielsweise Bedenken, wenn seine Tochter in einem fremden Land am Abend unterwegs ist, so kann im gemeinsamen Gespräch abgeklärt werden, wo sie hingehen wird und wann sie zurück sein sollte. „Verständnis zu zeigen und Kompromisse einzugehen ist ein wichtiger Teil in der Entwicklung von jungen Menschen.“, so Urban.

Eltern sollten sich für die Aktivitäten des Kindes auch im Urlaub interessieren. Fragen Sie ihre/n Sohn/Tochter wie was er/sie tagsüber oder am Abend geplant hat und schlagen Sie ihm/ihr mögliche Alternativen vor. Vielleicht gibt es ein paar Insidertipps der Eltern, die Ihre Jugend auch schon in der Gegend verbracht haben. Damit zeigen Eltern Interesse ohne Druck oder Kontrolle auszuüben. Denn extreme Verhaltensweisen wie permanente Kontrolle oder gar das Kind einzusperren sind der falsche Weg. „Es gehört zum Prozess der Ablösung, wenn sich Kinder distanzieren und auch Geheimnisse haben. Wichtig ist jedoch, dass die Vertrauensbasis zwischen Eltern und Kindern stimmt.“, erklärt Urban.

Haben Erziehungsberechtigte Sorgen, dass die Urlaubsliebe mit Herzschmerz endet, so ist es notwendig, diese Bedenken gegenüber dem Kind auch zu äußern. Trotzdem sollten Eltern ihnen den nötigen Freiraum lassen, um selbst entscheiden zu können. Meist hilft es, sich in diese Zeit zurückzuversetzen und über Erlebnisse von damals zu sprechen – denn gute oder schlechte Erfahrungen mit einer Urlaubsliebe hat fast jeder schon gemacht.

Kommt am Ende des Sommers wirklich der Liebeskummer, so sollten Eltern vor allem sensibel darauf reagieren. „Ich hab es dir ja gesagt.“, macht es nur schlimmer und hilft dem Sohn oder der Tochter in dieser Phase nicht. Nur mit Verständnis und Unterstützung ist es möglich, diese Zeit gemeinsam zu überwinden. „Natürlich wollen wir unseren Kindern negative Erfahrungen ersparen, aber es ist trotzdem notwendig, dass sie diese selbst durchleben.“, so Urban.

Eine Urlaubsliebe muss nicht immer unglücklich enden. Über das Internet oder SMS ist es einfacher Kontakt zu halten. Gibt es die Möglichkeit einander zu besuchen, so sollten die Eltern den Wunsch der Jugendlichen unterstützen. Vor allem ist es ist wichtig, diese Alltagsprüfung nicht zu unterbinden. Oft bekommen sie nach dem Urlaub ein klareres Bild der Beziehung, und es ist ein weiterer Schritt in ihrem Entwicklungsprozess.