Glückliche Mutter mit Tochter

Urlaub als Alleinerzieher/in

Wenn man mit Kindern alleine auf Urlaub fährt und auch selbst ein wenig Erholung sucht, so muss das gut geplant sein.

„Um sowohl gemeinsam mit den Kindern etwas erleben zu können als auch Erholung zu finden, werden von vielen Institutionen spezielle Urlaube für Alleinerzieher/innen angeboten. Auch familienfreundliche Hotels oder Urlaub am Bauernhof sind gute Alternativen. Der Mehrwert ist, dass dabei verstärkt Kontakt zwischen den Kindern stattfindet und sie viel zu entdecken haben (Natur, Tiere, etc.). Bei vielen Angeboten können Kinder an betreuten Aktivitäten teil nehmen, damit Mama/Papa auch ein wenig zur Ruhe kommt.“, erzählt Waltraud Blauensteiner,  Leiterin des Bereichs Alleinerziehende des Ehe- und Familienzentrums Feldkirch. Je nach Ausmaß der sozialen Kontakte können sich Alleinerzieher/innen auch mit Bekannten oder Freunden absprechen, um gemeinsam auf Urlaub zu fahren. Der Vorteil dabei: Wenn der/die Reisepartner/-in auch Kinder hat, ist immer was los und der Betreuungsaufwand fällt geringer aus.

Der erste Urlaub nach einer Trennung ist eine besondere Situation. Kinder machen sich viele Gedanken und Sorgen, haben Befürchtungen. Dies sollte angesprochen werden. Eltern müssen keine Angst davor haben, denn nicht auf alle Fragen kann es Antworten geben. Über die Sorgen sprechen zu können, ist bedeutsam.

Doch Blauensteiner rät: „Nach einer Trennung sollten Sie nicht in die Falle tappen, den eigenen Urlaub mit dem des Ex-Partners/der Ex-Partnerin zu vergleichen. Nicht selten gibt es dabei Unterschiede in den finanziellen Möglichkeiten. Auch mit geringerem Budget kann man eine nette Zeit verbringen. Kindern kommt es weniger darauf an, wie viel der Urlaub kostet, sondern wie die Zeit gestaltet ist – die Qualität des Urlaubes eben.“

Fährt das Kind mit einem Elternteil alleine in Urlaub, macht es sich vielleicht Gedanken, wie es die lange Zeit getrennt vom gewohnten Elternteil schaffen soll. Hier ist es hilfreich, die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme im Vorhinein zu vereinbaren, z.B „Gibt es ein Handy mit dem es zu Hause anrufen kann?“ Auch ein Kuschelpolster von daheim oder der Lieblingsteddy im Gepäck kann Wunder wirken. Laut Blauensteiner ist es wünschenswert, wenn Mutter/Vater es aushalten können sich Erzählungen des Kindes vom Urlaub mit dem Expartner anzuhören: „Diese Zeit mit dem Kind alleine kann zum Beispiel für den Vater, bei dem das Kind nicht wohnt, eine besondere Chance sein, den Kontakt zu intensivieren. Hier gibt es meist viele Erlebnisse, die das Kind dann auch mit seiner Umgebung und dem zu Hause gebliebenen Elternteil teilen möchte.“ Besonders wichtig ist es auch, dem anderen zuzutrauen, dass er/sie mit dem Kind alleine zurecht kommt.

Ungewohnt im Sommer: Plötzlich steht sehr viel Zeit zur Verfügung – Hausaufgaben und Lernen für Schularbeiten fällt weg. Blauensteiner ermuntert, das als Chance zu sehen: „Am Besten man nutzt die Zeit, um Dinge zu erleben, die während der Schulzeit nicht möglich sind und dadurch bewusst aus dem gewohnten Alltag auszubrechen. Für Kinder können zum Beispiel ein Abendspaziergang mit Taschenlampe, Schwimmen im Bach oder Kleinigkeiten, die sie sich immer schon gewünscht haben, ein großer Spaß sein.“ Gleichzeitig muss man auch damit rechnen, dass Kindern, vor allem zu Beginn der Ferienzeit, langweilig wird. Eltern sollten dabei nicht gleich den Entertainer spielen, sondern ihnen die Chance geben, selber mit der Situation fertig zu werden. Kinder sind sehr kreativ, aber nach einer langen, strukturierten Zeit, müssen auch sie erst wieder in diesen nicht alltäglichen Ablauf hineinfinden.

Meist vergeht alles schneller als man denkt, dann ist der Sommer schon wieder vorüber. Nicht selten kommt das Gefühl auf, dass die Zeit nicht gut genug genutzt wurde. „Es gibt kleine Tricks mit denen man arbeiten kann. Zum Beispiel empfehle ich hier einen Ferienkalender oder ein Ferientagebuch zu führen, wobei auch kleine Erlebnisse festgehalten werden können, die man sonst schnell vergisst.“, so Blauensteiner. Ausgeschmückt mit Kino- oder Eintrittskarten und Fotos, kann das zu einer sehr schönen Erinnerung werden, die länger wirkt.

„Wenn Eltern mit ihren Kindern Zeit verbringen, zählt nicht die Quantität sondern die Qualität.“, so Blauensteiner. Kinder sollten in dieser Zeit ungeteilte Aufmerksamkeit und Zuwendung erfahren.

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