Paar liegt abgewendet voneinander im Bett.

Unterschiedliche Lebensmodelle prallen aufeinander

In welcher Welt lebt mein Partner? (Wie gehen wir mit Unterschiedlichkeiten um?)

In der Verliebtheitsphase sind Partner bereit, füreinander ganz Ungewöhnliches zu tun. Das erzeugt oft eine ganz spezielle Erwartungshaltung, man macht sich auf der rosaroten Wolke ein Bild vom anderen, das auf Dauer nicht aufrecht bleiben kann.  Später treten dann beim anderen Eigenschaften hervor, die einem bislang nicht aufgefallen sind. Partner entwickeln sich im Laufe der Jahre und verändern somit ihre Blickwinkel auf Lebensthemen. „Beziehungen bleiben auf Dauer stabiler, wenn sich die Partner von vornherein in vielen Punkten ähnlich sind. Natürlich können Unterschiede in puncto Nationalität, Alter, soziales Milieu, Lebensstil… die Beziehung sehr bereichern, doch hat man in diesen Fällen mit mehr Konflikten zu rechnen.“, so Mag. Eva Heistracher, Partner- und Familienberaterin in der Beratungsstelle der Erzdiözese Salzburg

Es kommt auch häufig vor, dass Personen noch gar nicht benennen können, was sie eigentlich wollen und ihre diffuse Unzufriedenheit auf den Partner projizieren. Dazu Heistracher: „Ich habe oft mit Menschen zu tun, die ihre Lebenswünsche erst langsam definieren lernen. Außerdem muss klar werden, dass der Partner nicht alle Bedürfnisse erfüllen kann.“

Hat man seine Vorstellungen von einem „guten Leben“ entwickelt, gilt es diese klar zu kommunizieren. Wichtig sei auch, Deals und Kompromisse zu überlegen, die für beide passen. Ganz nach dem Motto: Ich gebe Dir und Du gibst mir. Wenn sich immer nur einer durchsetzt und der andere verzichtet und schluckt, kippt die Balance. Der „Schwächere“ rächt sich möglicherweise, indem er sich dem anderen innerlich zu verweigern beginnt und es kommt zur Entfremdung.

Bei unterschiedlichen Interessen können zwar viele Dinge auch alleine durchgezogen werden, doch das „Besondere“ sollte man – immer wieder einmal – mit dem Partner teilen, um sich nicht zu verlieren. “Die schönsten Augenblicke im Leben mit anderen Menschen zu verbringen und währenddessen den Partner mit Alltagskram voll zu  jammern – das kann gefährlich werden.“

“Letztlich kommt man an Beziehungsarbeit auf Dauer nicht vorbei: in Kontakt bleiben, sich aus der Welt des anderen erzählen lassen, nachfragen, an den Themen dranbleiben- nur so bleibt man sich emotional nahe.“ ist Heistracher überzeugt. 

Wer Entfremdung in der Beziehung erlebt, kann sich gerne mit diesem Thema an eine der zahlreichen Familienberatungsstellen in Österreich wenden.