Junger Mann und junge Frau sitzen sich in einem Lokal gegenüber, trinken Wein und flirten.

Trennung und nun wieder Young, Free & Single...

Nach einer Trennung suchen viele verlassene Partner Trost bei einer neuen Bekanntschaft. One-Night-Stands, heiße Affären und aufregende Liebesbeziehungen lenken herrlich ab vom Liebeskummer. Es scheint kaum ein besseres Rezept zu geben, um sich von einer schmerzhaften Trennung zu erholen.

„Wer sich einen Trennungsprozess mit erotischen Abenteuern verkürzen möchte, der sollte bedenken, dass unverarbeitete Gefühle früher oder später wieder auftauchen werden“, so  Mag. Tonny Pot vom Institut für Familienberatung und Psychotherapie im steirischen Bad Radkersburg. „Jede Trennung wird individuell erlebt, da jeder eine eigene Geschichte hat. Kränkungen, Verletzungen, Rachegefühle, Wut und offene Konflikte können der Grund sein, warum Trennungen so schmerzhaft sind.“

Der Experte rät dazu, sich diesen Gefühlen zu stellen: „Die Ablenkung durch eine oberflächliche Bekanntschaft kann den Trennungsschmerz zwar erleichtern, für den Trennungsprozess ist es aber wichtig, diesen zu spüren und sich damit auseinanderzusetzen. Das ist natürlich nicht einfach, denn man verliert ja nicht nur einen Lebenspartner, sondern auch eine Lebensidee. Der Boden unter den Füßen ist weg, und alles ist anders als zuvor.“

„Wieviel Zeit ein solcher Trennungsprozess beansprucht, lässt sich nicht verallgemeinern. Die Dauer ist individuell und hängt von der persönlichen Geschichte ab. Trauer und Verabschiedung sind jedenfalls nicht in zwei Wochen erledigt, soviel kann man sagen“, weiß der Berater. „Wenn man in dieser Zeit die 'neue Freiheit’ und das Singlesein mit Affären oder Liebesbeziehungen genießt, dann ist das auch okay. Wichtig ist es, dabei auf seine eigenen Bedürfnisse zu hören. Ob es nun Trost, Ablenkung, Bestätigung oder Einsamkeit ist, spielt weniger eine Rolle, als dass man sich damit etwas Gutes tut und dabei mit offenen Karten spielt.“

Möchte man sich seiner Motive dennoch bewusst werden, so findet man Unterstützung in den österreichischen Familienberatungsstellen. Diese helfen dabei, persönliche Absichten zu erkennen und begleiten in dieser schwierigen Situation. „Die Experten helfen, aus der Opferrolle zu finden und den eigenen Anteil an der Trennung zu erkennen. Dabei geht es vor allem darum, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Für zukünftige Partnerschaften hilft es, Beziehungsmuster zu erkennen und zu verändern. Die Chance ist größer, dass diese von solchen 'Altlasten’ befreit sein werden“, erklärt der Experte abschließend.