Sind wirklich alle so toll wie Instagram und Co uns zeigen?

Sind wirklich alle so toll wie Instagram und Co uns zeigen?

In den Weiten des Netzes werden durch Instagram, Facebook etc. wunderschöne, erfolgreiche und geliebte Menschen mit aufregenden Leben in Massen präsentiert.
„Selbstverständlich vergleicht Mann/Frau sich mit diesen perfekten Menschen – das untergräbt das Selbstwertgefühl und es kann zu einer narzisstischen Krise oder auch depressiven Verstimmung kommen“, weiß Mag. Victoria Maringgele, klinische Psychologin und Beraterin bei der Sexualberatungsstelle Salzburg. Was passiert mit mir, wenn anstatt von „Likes“ nichts außer Ignoranz kommt, oder gar Kritik? Maringgele dazu: „Man fragt sich, ob diese Dauer-Präsenz mithilfe von Sozialen Medien nicht zu einer Überreizung und Überanstrengung führt. Ständig werden neue Bilder und Infos gepostet.“
Auch in der Sexualberatungsstelle wird das Thema, das „Andere so toll sind“ von Hilfe- Suchenden immer wieder angesprochen. Es scheint, als ob der Anspruch an vor allem junge Menschen zunehmend steigt. Er führt bei diesen zu Stress und Leistungsdruck, was zu Erektionsstörungen, Beziehungsproblemen und Vielem mehr führen kann.
Grundsätzlich handelt es sich bei der Selbstinszenierung um ein sozialpsychologisches Phänomen: Selbstdarstellung/Impressions-Management. Dabei geht es darum, dass Menschen die meiste Zeit ihres Lebens darum bemüht sind, den Eindruck, den sie auf ihre Mitmenschen machen, in der Hand zu haben, Kontrolle darüber zu haben. Mann/Frau bemüht sich um sozial erwünschte Verhaltensweisen, da er/sie dazugehören will, und auch gute Rückmeldungen vom sozialen Umkreis erhalten will. Aus der Geschichte des Menschen könnte man dies so ableiten, dass eine positive Selbstdarstellung die Suche nach Geschlechtspartnern erleichtert, aber auch mächtig macht. Der eigene Wert soll maximiert werden, um im Wettbewerb Vorteile zu haben
Durch Instagram & Co soll auf die Vorzüge der Person hingewiesen werden: Attraktivität, Stärken, Leistungen, Wichtigkeit, Status-Symbole, positives Image/Ruf... Das erwünschte Selbst wird in Szene gesetzt. Jedoch sind die Investitionen für eine virtuelle Anerkennung und Beachtung sehr hoch – viel Verbrauch von Lebenszeit (vor dem PC) ua., um sich bzw. Fotos zu verschönern, mögliche Einbußen der sozialen Kompetenzen im realen Leben, narzisstische Kränkungen/Kränkbarkeit, depressive Verstimmungen usw.

Wer dazu Fragen hat oder beraten werden möchte, wendet sich am besten an eine der Österreichischen Familienberatungsstellen.