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Pärchen mit Rollstuhl

Sexualität und Behinderung

Menschen mit Behinderung werden oft als asexuell angesehen. „Intellektuell beeinträchtigte Menschen sind oft körperlich voll entwickelt und müssen aber ihre eigene Sexualität erst kennenlernen,“ begründet Dr. Christoph Kolb, „wie Lust und Sinnlichkeit erfahren werden, ist sehr individuell. Der natürlichen Kraft der Sexualität die sich entfaltet, muss auch die Möglichkeit der Entladung gegeben werden.“, so der Experte. „Diese Personen brauchen Aufklärung. Angehörige stellen sich dem Thema oft nicht, wollen keine ‚Büchse der Pandora‘ öffnen.“

Dr. Christoph Kolb ist Berater in der Fachstelle .hautnah. (alpha nova), eine in Österreich einmalige Einrichtung, die Fragen zu den Lebensbereichen Sexualität, Beziehung, Behinderung beantworten und erklärt, dass Personen mit Beeinträchtigung genauso ein Recht auf ihre Sexualität haben. In den Beratungsgesprächen geht es sehr oft um sexualpädagogische Themen wie zum Beispiel der Bezug zum eigenen Körper, der in manchen Fällen noch fehlt. Wichtig sind auch das Kennenlernen von eigenen und fremden Grenzen. Aber auch sexuelle Bedürfnisse, Wünsche, Vorlieben oder Interessen müssen ausgelotet werden. In vielen Fällen wird auch die Partnersuche zum Problem.

In all diesen Punkten können Personen mit Beeinträchtigungen begleitet werden. Wichtig ist auch die Unterstützung bei Erfahrung von körperlicher Nähe, Partnerschaft und Beziehung.

Der Rechtsträger dieser Einrichtungen, „Alpha Nova“, führt auch eine geförderte Familienberatungsstelle, wo Personen sich über die Möglichkeiten, die ihnen offenstehen, kostenlos, anonym und vertraulich beraten lassen können.