Selbstsabotage – Was hindert uns daran, das zu tun, was wir wollen?

Selbstsabotage – Was hindert uns daran, das zu tun, was wir wollen?

Jeder Mensch hat Ziele und so manche Idee, was er mit seinem Leben anfangen möchte. Dennoch gibt es immer wieder Hindernisse und Barrieren, die das Erträumte blockieren und so verhindern. Das können äußere Umstände sein, ebenso häufig aber auch innere Barrieren. Wie lassen sich diese erklären, wenn man etwas doch so gerne möchte?!?

D.I. Hermann Horngacher ist Ehe-, Familien- und Lebensberater in der Beratungsstelle Klartext Kufstein/Schwaz und weiß: „Wir Menschen orientieren uns unbewusst an einem „Skript“, dessen  Grundzüge schon sehr früh (in den ersten 3-4 Lebensjahren) „geschrieben“ werden. Genau deshalb ist uns dieses Lebensdrehbuch nicht bewusst. Das „Gegenskript“ wird erst viel später erstellt und damit glauben wir, alles besser zu wissen und auch besser machen zu können, als wir es gelernt haben.“ Und diese oft sehr unterschiedlichen Anteile und divergierenden Bedürfnisse, die wir in uns tragen, würden uns häufig daran hindern, dass wir uns momentan wichtig erscheinende Bedürfnisse erfüllen und Ziele erreichen können.

Hilfreich ist laut Horngacher die Suche nach unserem Ur-Skript: „Wer bin ich? Was ist mir wirklich wichtig? Wie viele unterschiedliche Anteile arbeiten in mir und wie arbeiten sie zusammen? Es wäre hilfreich, das zu erkennen, denn nur dann seien echte Entwicklungsschritte möglich. Dazu sei es auch essentiell, einen Menschen zu haben, der einen ehrlich und fundiert spiegelt und Feedback gibt. Aber auch Eigenanalyse könne viel bringen, vorausgesetzt dass sie wahrhaftig und ehrlich ist. „Eltern-Ich, Kindheits-Ich, Erwachsenen-Ich: Welche uns weitgehend unbewusste Programme hindern mich gerade an dem, was ich erreichen will? Je mehr unbewusste Anteile in einem schlummern, umso weniger Weiterkommen“, so der Experte.

Ein typisches Kindheitsmuster sei etwa das „Recht haben wollen und müssen um jeden Preis“, das viele Menschen haben und an dem viele Beziehungen zerbrechen. Dies sei in der Regel ein Teil des Kindheits-Ichs und spiegelt diesen leider oft vergeblichen Kampf, den man als Kind gegen die Eltern und/oder andere Bezugspersonen geführt hat. Vor allem bei Paaren sei das häufig etwas, was eine ursprünglich harmonische Beziehung sabotieren könne. Das reife und voll entwickelte Erwachsenen-Ich ist aber in der Lage, solche Zusammenhänge zu erkennen und aufzudecken. Viel Bewusstseins- und Emotionalarbeit seien hier notwendig.

Aber auch bei den Wünschen selbst, die man in sich trägt, müsse man hinterfragen, woher sie eigentlich kommen und wie realistisch sie sind. Horngacher: „Falle ich hier in ein kindliches Muster zurück oder ist das etwas, das ich tatsächlich aus meiner Situation im Hier und Jetzt und mit meinem Erwachsenen-Ich brauche und daher möchte?“

Viel Arbeit mit sich selbst und den Weg in die eigene Mitte zu finden – Einsicht in die tiefen Zusammenhänge des Lebens – das ist das Mittel, das der Berater empfiehlt.

Wer zu diesem Thema Beratung sucht, ist gerne in einer der zahlreichen Familienberatungsstellen in Österreich zu einem kostenfreien Beratungstermin eingeladen.