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Schwangere junge Frau tippt in den Taschenrechner.

Schwanger unter schwierigen Umständen: „Werde ich es finanziell schaffen?“

Wenn man sich in einer ungesicherten finanziellen Situation befindet, kann eine ungeplante Schwangerschaft rasch Existenzängste auslösen. Für werdende Mütter/Eltern in dieser Lage hat Mag.a Ulrike Spitzer eine gute Nachricht. Sie ist Beraterin im Verein Ananas zur Förderung der Erziehungskompetenz von Familien und erklärt: „Für sozial Schwache ändert sich oft nicht soviel wie bei Besserverdienenden, die ihren Lebensstandard nun auf weniger Einkommen umstellen müssen.“

Wer ein Kind erwartet und finanzielle Engpässe befürchtet, kann sich an die österreichischen Familienberatungsstellen wenden: „Hier schaut man zuerst gemeinsam die individuelle Lebenssituation an: Ist man berufstätig oder arbeitslos? Wenn Ersteres: Verdient man gut? Wenn Letzteres: Bekommt man AMS-Geld oder Mindestsicherung? Dann schaut man: Welche Schritte sind notwendig und wo muss man sich wann hinwenden?“, so die Expertin.

„Die rechtzeitige Aufklärung des Arbeitgebers sowie die fristgerechten Mutter-Kind-Pass Untersuchungen sind ebenso Themen wie die finanzielle Unterstützung, die man beantragen kann: Wochengeld, Kinderbetreuungsgeld, sowie eine Förderung bei AlleinerzieherInnen. Es gibt Wohnbeihilfe und Mietzuschüsse, wobei natürlich ein höherer Bedarf berücksichtigt wird. Bei sozial sehr schwachen Bedingungen kann finanzielle Unterstützung beim Sozialamt beantragt werden (z.B. für die Erstausstattung). Bei jungen Müttern mit wenig familiären Ressourcen gibt es die Möglichkeit eines Mutter-Kind-Wohnheimes. Dies wäre mit Hilfe der Kinder- und Jugendhilfe zu überlegen. Als Alleinerzieherin hat man zudem Anspruch auf Unterhalt, wenn die Vaterschaft anerkannt wurde. Wenn man all diese Möglichkeiten nutzt und Ressourcen ausschöpft, gibt es Lösungen für die finanziellen Herausforderungen“, weiß Mag.a Ulrike Spitzer aus Erfahrung.

Der wirtschaftliche Aspekt kann aber auch nur Nebenschauplatz schwieriger Umstände in der Schwangerschaft sein, etwa wenn die werdende Mutter ohne Netzwerk dasteht, wenn sie noch sehr jung und in Ausbildung ist, wenn es bereits mehrere Kinder gibt und/oder die Familienplanung bereits abgeschlossen war. „Ängste und Unsicherheiten spielen angesichts der vielen Veränderungen immer eine große Rolle und können gemeinsam besprochen werden", so die Beraterin: „Themen sind unter anderem individuelle Ängste und Wünsche bzgl. der Mutterrolle/Vaterrolle, die möglichen Auswirkungen eines Kindes auf die Paarbeziehung sowie Unsicherheiten rund um den beruflichen Wiedereinstieg.“

In diesen Situationen hilft es, mit Außenstehenden darüber zu reden. Die Beratungsstellen klären auf und begleiten werdende Mütter/Eltern in ihrer individuellen Situation. Weitere Informationen bietet das Bundeskanzleramt, Familien und Jugend, die Arbeiterkammer sowie die Krankenversicherungsanstalten.