Schwangere junge Frau sitzt inmitten von Babygewand auf dem Boden und fasst sich genervt an die Schläfen.

Schwanger und die Nerven liegen blank...

Fast jede Frau kennt das, wenn Zweifel oder Ängste die Schwangerschaft begleiten. Es nagt die Ungewissheit, was auf einen zukommt und ob man auf alles vorbereitet ist, nicht zuletzt auf die neue Situation als Familie und auf die Herausforderungen an die Partnerschaft.

„Vor allem, wenn die Schwangerschaft nicht geplant war, müssen sich werdende Mütter unerwartet schnell mit ihren Zukunftsperspektiven auseinandersetzen“, erklärt Mag. Helga Topf, klinische- und Gesundheitspsychologin im Referat für Familien und Generationen des Amtes der Salzburger Landesregierung. „Finanzielle Probleme, brüchige oder fehlende Partnerschaften verstärken diese Gefühle massiv. Während Frauen hingegen, die sich ein Kind gewünscht und geplant haben, sich über genau jene Faktoren bereits im Voraus in Ruhe Gedanken machen konnten. Auch Frauen, die bereits ein Kind zur Welt gebracht haben sind entspannter, denn sie wissen, was bei einer Schwangerschaft auf sie zukommen kann und sind dementsprechend vorbereitet.“

Zu diesen unterschiedlichen Voraussetzungen kommen die Hormone, die von Frau zu Frau unterschiedlich wahrgenommen werden und deren Wirkung von Morgenübelkeit über Stimmungsschwankungen bis hin zum veränderten Essverhalten reichen kann.

„Liegen die Nerven blank, so ist es oftmals hilfreich, sich einen individuellen ‘Notfallplan‘ zu erarbeiten, der einem in Krisensituationen als grober Leitfaden dienen kann und Angstphantasien ein Stück weit entkräftet“, rät die Expertin.

„Um eine Schwangerschaft entspannt genießen zu können, ist eine solide und tragfähige Partnerschaft eine ideale Voraussetzung. Vorbereitungen und Entscheidungen sollten möglichst gemeinsam besprochen und getroffen werden, um durch Aufgabenteilung eine gegenseitige Entlastung zu erreichen“, weiß Mag. Kubatta-Kaiser, ebenso klinische- und Gesundheitspsychologin im Referat für Familien und Generationen des Amtes der Salzburger Landesregierung. „Auf diese Weise ist es möglich, dass beide Partner vorab Verantwortung übernehmen und es erlaubt, den Partner bereits vor der Geburt miteinzubinden.“

In angespannten Momenten ist es wichtig, gegenseitiges Verständnis für die Unsicherheiten, Ängste und Zweifel zu zeigen und emotionale Äußerungen – wenn möglich – nicht persönlich zu nehmen.

„Ein gutes soziales Netzwerk kann entlastend wirken“, so die Familienberaterin. „Familie und Freunde, die sich durch eine vertrauensvolle Beziehung auszeichnen, können in schwierigen emotionalen Situationen eine große Stütze sein. Zudem gibt es auch die Möglichkeit, sich an Institutionen, wie etwa die Mutter- und Elternberatung oder Familienberatungsstellen zu wenden.“