Schwanger nach Seitensprung

Schwanger nach Seitensprung

Beziehungskrise, unbefriedigendes Sexualleben, die Flucht aus dem Alltagstrott oder einfach nur der Kitzel etwas Verbotenes zu tun, sind nur einige Gründe für einen Seitensprung. Doch was tun, wenn das kurze Vergnügen Folgen hat? 

Österreichweit werden jedes Jahr knapp 4000 Vaterschaftstests durchgeführt, wovon ein Viertel der Tests negativ ausfallen. Schätzungen zufolge ist jedes zehnte Baby somit ein sogenanntes Kuckuckskind (Quelle: Artikel Wiener Zeitung). 

Wenn der Schwangerschaftstest nun positiv ist und der Verdacht besteht, dass der Partner nicht der Vater des Kindes sein könnte, wird es kritisch ….
„Zunächst einmal muss die Frau entscheiden, ob für sie zum jetzigen Zeitpunkt eine Schwangerschaft in Frage kommt“, so Mag. Sibylle Ihr-Gamperl, klinische Psychologin und Beraterin von der Sexualberatungsstelle Salzburg.
Für Hilfestellung bei dieser Entscheidung stehen österreichweit zahlreiche Familienberatungsstellen für eine kostenlose und anonyme Beratung zur Verfügung.

Falls sich die Frau für eine Schwangerschaft entscheidet, gilt es zu klären, ob und wie diese Platz in der Partnerschaft hat. Beispielsweise kann diese aufgrund einer möglichen Zeugungsunfähigkeit des Partners sogar die Chance auf ein Leben mit einem Kind darstellen. Das Behalten des Kindes ist trotz allem eine Herausforderung für die  Partnerschaft. Wird mein Partner das Kind eines anderen je akzeptieren? Kann es meine bereits bestehende Familie zerstören?

Um all diesen Problemen aus dem Weg zu gehen, entscheiden sich viele Frauen für die Variante des Schweigens. Man muss sich im Klaren sein, dass man es ein Leben lang vor dem Partner sowie dem Kind verheimlichen muss und das zu inneren Konflikten und Gewissensbissen führen kann. „Wenn möglich, sollte man aber mit offenen Karten spielen.“, rät die Expertin. Zudem meint Ihr-Gamperl, dass Familiengeheimnisse zerstörerisches Potenzial entfalten könnten, z.B. aufgrund des entstehenden Misstrauens des Partners oder des Kindes.
Gerade das Verschweigen der Wahrheit, könne nachträglich die Beziehung oder die Familienidylle ins Wanken bringen. Daher solle man mit seinem Partner immer das Gespräch suchen und über mögliche Zukunftsszenarien sprechen, wenn nötig auch mit professioneller Hilfe in einer Familienberatungsstelle. Zudem müssen sich die Partner einigen, ob und wann das Kind die Wahrheit erfährt.

Entscheidet sich die Frau für eine Schwangerschaftsunterbrechung, ist die Auseinandersetzung in Form einer Psychotherapie von Vorteil für die Verlustverarbeitung.