Frau und Mann Rücken an Rücken, halten Hände

Pränatale Depression – Rolle des Partners

Partnern ist die Tendenz ihrer Frauen zur Depression oftmals bekannt, deshalb ist es nicht immer überraschend, wenn sie in den ersten Monaten der Schwangerschaft Depressionssymptome an den Tag legen. Doch wie kann und soll man als Partner damit umgehen? Mag. Edeltraud Voill, Psychologin und Supervisorin in der Beratungsstelle Nanaya, Zentrum für Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Kindern spricht darüber.

Wenn man vorher nie zu einer Depression oder depressiven Personen Bezug hatte, fällt es einem vielleicht schwer zu verstehen, dass es sich um eine Krankheit handelt. Die öffentliche Behandlung dieses Themas ist oft durch bestehende Tabus  erschwert, deshalb ist Unwissen und Unsicherheit im Umgang mit betroffenen Personen dementsprechend weit verbreitet. Ahnungslosigkeit und Hilflosigkeit entstehen vielfach aus diesem Unwissen, als Partner kann man sich aber zB. bei einer Familienberatungsstelle erkundigen, ob die Symptome der Partnerin bereits professionelle Hilfe notwendig erscheinen lassen.

Das Zusammenleben mit einer depressiven Person ist sowohl eine emotionale als auch eine körperliche Belastung. Der Partner spürt die Überforderung: emotional ist die Partnerin ständig gereizt und unnahbar, und körperlich ist sie oftmals nicht mehr imstande ihren Anteil an Hausarbeit zu vollbringen, was bedeutet, dass der Partner nun auch dafür sorgen muss. Spätestens dann stellt sich ihm die Frage: „Wie gehe ich damit um, wie kann ich helfen?“. 

Die Rolle des Partners besteht vor allem darin, Interesse für die Gefühle der Partnerin zu zeigen, sich zu bemühen, sie aus der Lethargie zu reißen. Er kann sie motivieren, zum Beispiel an der Schwangerschaftsgymnastik teilzunehmen. Durch den Kontakt zu Anderen, wird man aufgeschlossener, es ist ein Austausch möglich. Oftmals helfen schon Ideen und Vorschläge des Partners, damit die Frau aktiv wird. In ernsteren Fällen sollte der Partner dafür sorgen, dass die Frau professionelle Hilfe in Anspruch nimmt. Denn auf Dauer kann und sollte der Partner nicht die Rolle des Therapeuten und Krankenpflegers übernehmen.