Mutter mit frisch geborenem Säugling

Nachwuchs erwartet (2) – Drittes Trimester und Geburt

Drittes Trimester – Zeit der Belastung/Überlastung

Im dritten Trimester befindet sich die Frau aber vor allem in einer sehr speziellen psychischen Situation. „Es macht sich ein zunehmend stärker werdendes Gefühl der Weichheit zum Geburtstermin hin bemerkbar. Die Frau wird sehr anlehnungsbedürftig und braucht viel Geborgenheit.“Für viele Männer kann diese Zeit sehr schön sein – der Beschützer-Instinkt tritt in den Vordergrund. Für andere Paare wiederum ist die Phase befremdend. „Die Frau erkennt sich selbst nicht wieder und hat Angst, für immer so zu bleiben. Der Mann fühlt sich in eine Rolle gedrängt, die ihm möglicherweise gar nicht liegt.“ Gerade deshalb ist es wichtig zu wissen, dass es sich um ein vorübergehendes Phänomen handelt und die Frau auch ihre „alte“ Persönlichkeit, bereichert durch die neuen Erfahrungen, wieder zurückerlangen wird.

Körperlich kommt es im dritten Trimester nun an manchen Körperstellen zu Wassereinlagerung, das Becken wird lockerer, alles verlangsamt sich. 

Die Geburt

In Hinblick auf die Geburt ist es kaum möglich, pauschale Aussagen zu machen, weil auch hier viele, sehr individuelle Faktoren mitspielen. „Generell wird sie jedoch einerseits erwartet und ersehnt, gleichzeitig aber auch gefürchtet.“ Viele Paare denken nicht über die Geburt hinaus – obwohl diese gleichzeitig letzter und erster Schritt ist. Denn die Geburt bedeutet einen starken Umbruch für das Paar – von Schwangerschaft zu Elternschaft.

„Um die Situation selbst so angenehm wie möglich zu gestalten empfiehlt es sich, genau zu überlegen, wie ich das Kind bekommen möchte – Hausgeburt oder im Spital? Gerade die Hausgeburt ist bei vielen Frauen mit Vorurteilen behaftet, wie z.B. mangelnde medizinische Sicherheit. Diese treffen jedoch auf die Praxis nicht zu.“, so Zsivkovits. Sicherheitsgefühl und Wohlbefinden der Frau sollen hier jedoch Priorität haben.

Auch welche Rolle der Mann einnimmt sollte vorher besprochen werden. „Wichtig ist es, die Gesamtsituation zu betrachten. Was passiert, wenn der Mann den Raum verlässt? Die Situation ist sehr heikel, denn der Geburtsvorgang ist sehr leicht störbar – dies ist hormonbedingt. Entspannung und Ruhe ist in den Pausen besonders wichtig. Im Gegensatz zu der Situation am Schluss der Geburt, in der das Kind kommt – die Frau braucht hier das Signal, es zulassen zu dürfen, sich zu trauen und keine Scham zu empfinden.“

Väter müssen die Möglichkeit haben, sich zu distanzieren, wenn es ihnen zu viel wird. Viele sind in dem Moment sehr berührt und gleichzeitig erschrocken über diese starken Gefühle. „Auch hier sollten sie wissen, dass es jedem frischen Vater so geht.“, so Zsivkovits.

Der schönste Moment ist, wenn das Kind dann da ist. „Die Eltern sind sehr berührt und gleichzeitig beglückt. Man hat das Gefühl, Teil der Menschheit zu sein – ein großartiger Moment im Verständnis für das Leben. Gerade dafür muss ausreichend Raum vorhanden sein, um diesen Moment auch auskosten zu können.“, betont Zsivkovits. Denn obwohl gerade erst zur Welt gekommen, sind die Kinder schon sehr aktiv und suchen sofort die Beziehung zu den Eltern.