Pärchen: sie schwanger, er malt die Wohnung aus

Nachwuchs erwartet

Für Familien, die zum ersten Mal ein Baby bekommen, ist die Schwangerschaft eine aufregende Zeit. Sowohl körperliche und psychische Veränderungen, als auch die Umstellung der Lebenssituation sind Herausforderungen, die zu meistern sind.

Die Schwangerschaft einer Frau wird üblicherweise in Trimester unterteilt. Dieser Artikel gibt einen Überblick, was in dieser Zeit mit dem Körper passiert und wie Paare darauf reagieren können.

Erstes Trimester – Zeit der Anpassung

In dieser Zeit ist die Frau vor allem mit körperlichen Veränderungen konfrontiert. Übelkeit und vor allem massive Müdigkeit werden als starke Belastung empfunden. Wichtig zu wissen: diese körperlichen Erscheinungen sind vorübergehend und gehen wieder vorbei. „Die Frau sollte der Müdigkeit nachgeben. Wenn der Körper Erholung verlangt, soll dieser sie auch bekommen.“, rät Regina Zsivkovits, Hebamme im Hebammenzentrum Wien. Was viele Frauen nicht wissen – auch der Arbeitsplatz muss darauf ausgelegt sein: „Wenn es keine Möglichkeit zur Erholung gibt, muss eine Couch angeschafft werden.“, betont Zsivkovits. „Jedoch nicht jede Frau ist von der Übelkeit betroffen – viele erleben das erste Trimester auch unbeschwert.“

Für alle Frauen hingegen ist es eine Zeit der psychischen Umstellung. Dass sich die Lebenssituation ändern wird dringt ins Bewusstsein – in dieser Phase ist noch alles sehr unkonkret. Die Frau spürt das Kind noch nicht und fühlt sich noch nicht schwanger. „Es ist eine sehr spezielle Zeit, in der die Frau nicht allein gelassen werden darf.“ Manche Frauen haben in dieser ersten Zeit der Schwangerschaft das Gefühl, der Mann würde sich überhaupt nicht dafür interessieren. In Wirklichkeit mangelt es eher an der Kommunikation – manche Männer zeigen die Gefühle oft nicht so stark oder drücken sie anders aus. Unterschiedliche Vorstellungen können hier Basis für Unstimmigkeiten sein.

„Nachdem die Schwangerschaft in diesem Stadium noch nicht sicht- und spürbar ist, wollen Paare besonders in dieser Zeit Informationen, wie es dem Kind geht. Hier gibt es eine starke Nachfrage zu Pränataldiagnostik.“, erzählt Zsivkovits. Durch diesen Trend fühlen sich Paare allerdings schon sehr früh dazu verpflichtet, sich für einen Geburtsort zu entscheiden. Ein starker Fokus auf Aufklärungsarbeit ist hier sehr wichtig, um Paare bei ihren Entscheidungen  zu unterstützen.

Zweites Trimester – Zeit des Wohlbefindens

Nach der möglicherweise turbulenten ersten Zeit wird die Schwangerschaft ein wenig ruhiger. Für die meisten Frauen ist der Ultraschall dann nicht mehr so wichtig, weil sie das Kind nun selbst spüren und mit ihm Kontakt aufbauen können. Körperlich sind die Frauen üblicherweise wieder munterer und kräftiger. Wenn es Beschwerden gibt, dann am ehesten Rückenschmerzen, Vorwehen oder Probleme mit dem Ischias-Nerv. 

„Viele Frauen nutzen diese Zeit, um Vorbereitungen am Arbeitsplatz zu treffen: sei es auf eine Karenzvertretung, auf einen raschen Wiedereinstieg oder eine komplette Abgabe der Tätigkeiten.“ Gleichzeitig wird jetzt meist auch der private Lebensraum auf den Nachwuchs vorbereitet (z.B. Wohnungswechsel oder Aus-/Umbauarbeiten). Viele Paare nutzen diese noch bewegliche Phase für einen Urlaub zu zweit. Frauen fangen jetzt auch mit Geburtsvorbereitungs- oder anderen Kursen an. „Und auch Männer bereiten sich zunehmend in Form von Vatervorträgen oder Einzelberatungen auf die bevorstehende Geburt und Vaterschaft vor.“, so Zsivkovits. In diese Zeit fällt auch die erste Kontaktaufnahme mit der Hebamme. weiter zu Teil 2 (drittes Trimester und Geburt)