Zwei Jugendliche mit unterschiedlicher Hautfarbe

Meine Tochter/mein Sohn hat eine interkulturelle Beziehung

Wenn Tochter oder Sohn die ersten zarten Bande zum anderen Geschlecht knüpfen, beginnt grundsätzlich für Eltern eine neue Phase im Leben mit ihrem Nachwuchs. Sollte die erste Partnerin/der erste Partner aus einem anderen Kulturkreis kommen, eine andere Religion oder eine andere Hautfarbe haben, kommt dies meist etwas unerwartet und führt zu Unsicherheit. Mag. (FH) Margit Schmied, Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin und Beraterin in der Familienberatung Rat und Hilfe der Caritas der Diözese St. Pölten weiß, dass es derzeit primär Mädchen sind, die Beziehungen mit jungen Männern aus Drittstaaten haben: „Sehr positiv ist, dass ich in der Beratungsstelle so gut wie gar nicht mit starken Vorbehalten oder Vorurteilen konfrontiert bin.“ Dennoch kämen Eltern, um sich beraten zu lassen, wie sie mit der neuen Situation bestmöglich umgehen können. Der Grund dafür sei meist, dass es aufgrund der unterschiedlichen Kulturen zu verschiedenen Haltungen, Meinungen und Erwartungen käme. Die Geschlechterrolle könne völlig unterschiedlich sein, Werteverständnisse, der familiäre Umgang. „Das Wichtigste ist, dass man den Kindern Verständnis und Zuneigung zeigt und sie bestmöglich unterstützt und aufklärt“, so die Expertin. Dazu sei es nötig, sich mit dem jeweiligen Kulturkreis auseinanderzusetzen und die dementsprechenden Unterschiede verstehen zu lernen. Nur dann könne man die eventuell auftretenden Themen bestmöglich begleiten und für sein Kind da sein. „Sollten die Eltern dazu tendieren, diese Beziehung verbieten zu wollen, so bringt das rein gar nichts.“ Wie bei so vielen Erziehungsthemen seien Verbote auch hier kontraproduktiv. Begleiten statt Verbieten ist hier die Devise.

Leider sei es oft sehr schwierig, mit der Familie der Partnerin/des Partners Kontakt aufzunehmen, da es in so mancher Kultur erst dann als passend empfunden wird, wenn eine Hochzeit im Raum steht. Dennoch sei es eine gute Möglichkeit, sich darum zu bemühen. Ganz grundsätzlich rät Schmied, seinen Nachwuchs zu stärken, ihm eine gute Konfliktfähigkeit und Ich-Stärke mitzugeben – dann können sich die jungen Menschen auch in außergewöhnlichen, nicht ganz einfachen Beziehungen gut bewegen.

Wenn Sie sich zu diesem Thema mit Profis besprechen wollen, wenden Sie sich gerne an eine der zahlreichen Familienberatungsstellen in Österreich, wo Sie einen kostenfreien Beratungstermin vereinbaren können.