Mein/e Partner/in ist Choleriker/in

Mein/e Partner/in ist Choleriker/in

Choleriker/innen sind durchsetzungsfähig, können sich kaum auf die Gedanken anderer einlassen und werden schnell wütend – zumindest werden ihnen diese Charaktereigenschaften nachgesagt. Den wenigsten ist aber bewusst, dass jede/r zu diesem Verhalten und der dadurch entstehenden Beziehungsdynamik beiträgt“, so Karl-Heinzl Matl, Ehe-, Familien – und Lebensberater in der Beratungsstelle BEZIEHUNGLEBEN in Bad Ischl
Cholerische Anfälle seien nicht Teil einer psychischen Erkrankung, sondern ein angelerntes Verhalten, welches durch eine Vielzahl an Faktoren ausgelöst werden kann. Meist seien es nur Kleinigkeiten, die sich anhäufen und ein Tropfen, der das Fass dann zum Überlaufen bringt. Durch die Konfrontation mit dem/der Partner/in entlade sich die meist angestaute Energie und es kommt zu einem Konflikt. Die Betroffenen bemerken ihr unangebrachtes Verhalten nicht und merken sich auch nur den letzten Teil, der zum Ausbruch geführt hat. Für sie ist ihre Reaktion vollkommen logisch, da es ja einen Auslöser gegeben hat. 
„Bei Personen, die Choleriker/innen genannt werden, sieht man relativ rasch, dass diese mit Druck nicht gut umgehen können. Es läuft ein sogenannter Selbstschutzmechanismus an und die betroffene Person reagiert auf ärgerliche und wütende Weise“, erklärt der Berater. 
Wichtig wäre es für diese Person, den cholerischen Anfall analysieren zu können. Man müsse herausfinden, was zu diesem Verhalten geführt hat. Nur durch das Bewusstmachen des Problems und einer Selbstreflektion könne man die Ausbrüche vermindern. „In einer Beratung versuchen wir den Betroffenen klar zu machen, dass man nicht zwangsläufig immer mit derselben Verhaltensweise reagieren muss“, so Matl. Man könne sein Verhalten steuern und lernen situationsangepasst zu reagieren. 
Auch der/ die Partner/in müsse versuchen der betroffenen Person einen Spiegel vorzuhalten, um ihr/ihm das unangebrachte Verhalten vor Augen zu führen. Am besten reagiere man in einer Konfrontation nicht mit Angriff oder Flucht, sondern spricht die Person direkt an. „Was hat dich so wütend gemacht?“, „Ich verstehe deinen Ärger, wie kann ich dir dabei helfen?“ seien nur einige mögliche Aussagen, um während einem cholerischen Anfall richtig zu reagieren. Dauern die Anfälle jahrelang an und zeigt sich keine Besserung, könne man der Person auch eine Kur vorschlagen, damit man Abstand vom Alltag und der Routine finden kann. 
Wichtig sei, als Partner/in kosequent zu bleiben: „Wenn du mit mir zusammen sein möchtest, dann tue was dagegen“. „Die Dinge auf keinen Fall beruhen lassen, sondern immer ansprechen! Je schneller man das Problem erkennt, desto eher kann man daran arbeiten und eine Lösung finden“, betont der Berater. 
Wenn Sie von cholerischen Anfällen betroffen sind oder damit zu tun haben, warten Sie nicht zu lange. Sie können sich jederzeit an die österreichischen Beratungsstellen wenden.