Eifersüchtige junge Frau beobachtet ein junges Paar

Mein Schwarm ist bereits vergeben!

Oft passiert es ganz schnell: Liebe auf den ersten Blick. Oder die Zuneigung für einen Menschen entwickelt sich durch Begegnungen, Gespräche, Blicke. Nicht immer aber darf die aufkeimende Leidenschaft füreinander auch einfach gelebt werden. Immer wieder steht einer der beiden bereits in einer Beziehung, die Gefühle aber bleiben. Meist ist die Situation für denjenigen, der Single ist, noch schwieriger. Sie/er wünscht sich in vielen Fällen eine Partnerschaft und stellt sich dann die Frage, warum es gerade ein vergebener Schwarm sein musste. Und wenn sich dieses Muster dann wiederholt stellt sich die Frage, warum dem so ist … „Das lässt sich manchmal leicht beantworten: Oft liegt es an der eigenen familiären Situation“, weiß die dipl. Ehe- und Familienberaterin Steffi Zuckerstätter. „War etwa ein Elternteil oft abwesend, dann suchen wir dieses vertraute Gefühl. Darum könnte man auch sagen, dass solches Verliebt-Sein eine tiefe Loyalität zu unserer Herkunftsfamilie beweist.“

Aber selbst wenn man sich darüber im Klaren ist, woher die Vorliebe für vergebene Partner kommt, hilft einem dies in der konkreten Situation nicht weiter: Die Gefühle bleiben. Experten unterstützen dann bei der Auseinandersetzung mit diesem Thema und eröffnen neue Perspektiven. So kann man in einem Gespräch mit einem Therapeuten/mit einer Therapeutin Klarheit ins Chaos der Gefühle bringen und Antworten auf viele Fragen finden.

Wenn die Liebe und Leidenschaft dann doch Erfüllung findet, in Form einer Affäre, so kommt neben allen anderen Aspekten auch noch die Moral ins Spiel. Die Familienberaterin dazu: „Viele suchen Unterstützung bei Freunden und in der Familie. Das ist angenehm, hilft aber meist nicht weiter, weil einseitige Positionen eingenommen werden. Die Verantwortung tragen die beiden Partner. Beraterinnen und Berater bewahren eine neutrale Position. Sollte die Partnerschaft beendet werden und das Scheitern wurde analysiert, so kann das eine gute Basis für zukünftige, besser gelingende, Beziehungen sein.“

Eine Beratung kann für jeden Beteiligten eine hilfreiche Anlaufstelle sein: für die/den Abgewiesene/n, die/den Betrogene/n, die/den Betrügende/n und die/den Geliebte/n. Sie kann ein behutsames, gegenseitiges Annähern sowie ein konstruktives Zusammentreffen bewirken. „Jeder hat an so einer Sache seinen Anteil – das muss er für sich erkennen. Bewerten und Verurteilen ist hier nicht das Thema – Gefühle darf und soll man sich zu jeder Zeit zugestehen“, sagt die Beraterin abschließend.

Steffi Zuckerstätter ist dipl. Ehe- und Familienberaterin in der Beratungsstelle der Erzdiözese Salzburg. Zum Thema informieren und unterstützen auch die Beraterinnen und Berater der österreichischen Familienberatungsstellen.