Ein Paar auf dem Sofa, der tröstende Mann möchte seine traurige Freundin in den Arm nehmen.

Mein Partner hat eine Krise!

Sogenannte Life Events, das sind persönliche Probleme, die das körperliche und seelische Gleichgewicht stören, machen Angst, überfordern und führen zur Krise. Oft reichen dann bewährte Lösungen nicht aus, diese Lebensphase zu überwinden. Hilfe brauchen aber auch Partner und Familie.

„Eine psychische oder psychosoziale Krise kann jeden irgendwann treffen“, weiß Mag.a Angelika Steiner,?Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin in der Psychosozialen Beratungsstelle Leibnitz. „Sie ist zeitlich begrenzt und kein krankhafter Zustand. Tritt sie öfters auf, können aber psychische oder körperliche Krankheiten entstehen“, so die Beraterin.

„Für Angehörige von Krisen-Betroffenen ist es wichtig, auf sich selbst zu schauen, Hobbies und Freunde nicht aufzugeben und den Alltag weiter zu leben. Man kann eine Krise nicht für den Partner bewältigen, man kann aber signalisieren: ‚Ich verstehe dich und ich sehe, es geht dir schlecht. Ich bin da und begleite dich, ich bin aber nicht dein Therapeut. Bitte nimm Hilfe in Anspruch!’. Mit dieser klaren Abgrenzung schützt man sich selbst und die Beziehung“, erklärt die Expertin.

Das Ziel ist es, den Partner ernst zunehmen, sich aber von seinem Problem abzugrenzen. Nur so kann man die Krise aus der Beziehung raushalten und einen gemeinsamen Alltag leben. „Wenn dies nicht mehr möglich ist und der Partner keine Hilfe von außen in Anspruch nehmen möchte, ist eine temporäre Trennung eine sinnvolle Lösung. So schützt man sich selbst, die Beziehung und ev auch die gemeinsamen Kinder“, weiß Mag.a Angelika Steiner. „Eltern sollten ihren Kindern die Situation altersgerecht erklären. Wichtig ist ihnen klar zu machen, dass sie nicht schuld sind. Gemeinsame Unternehmungen mit der Familie sind sinnvoll, solange die Krise nicht im Vordergrund steht.“

Wenn Kinder darunter sehr leiden, bieten Kinderschutzzentren Unterstützung an. Die österreichischen Familienberatungsstellen sind da für Menschen in der Krise sowie für ihre Angehörigen. Hier finden Betroffene entlastende Gespräche und Therapiemöglichkeiten.

Wenn die Beziehung Anlass der Krise ist, kann man hier Unterstützung in Form von Paargesprächen oder Paartherapien bekommen sowie juristische Beratung zur Trennung oder Scheidung. Unter juristischer und sozialer Beratung kann auch eine Mediation zur gemeinsamen Lösung führen.

„Jede Krise ist eine Belastung, aber auch eine Chance zur Weiterentwicklung: Neue Problemlösungsstrategien können gelernt werden, Verhaltensmuster verändert. Nutzt man sie als Weichenstellung in eine positive Richtung, so kann man gestärkt aus einer Krise hervorgehen“, bemerkt die Beraterin abschließend.