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Bub mit Down-Syndrom erhält Sprechtraining

Mein Kind hat Down-Syndrom oder eine andere Behinderung

Wenn während der Schwangerschaft, nach der Geburt oder später vom Kinderarzt festgestellt wird, dass das eigene Kind etwa an Down Syndrom leidet, dann ist das in den meisten Fällen sehr schockierend für die Eltern. Vor allem, wenn es nicht genug oder fehlerhafte Aufklärung gibt, können diverse Ängste geschürt werden. 

Oft wird den Eltern vermittelt, dass das Kind keinerlei Aussicht auf Selbständigkeit hätte, was sehr deprimierend und enorm belastend sein kann. Doch zum Glück gibt es Einrichtungen, die positive Perspektiven aufzeigen, wie das Leben mit einem behinderten Kind aussehen kann. Dies ist in diesem Zusammenhang das wichtigste in dieser schwierigen Situation für die Eltern. Sogar scheinbar „hoffnungslose Fälle“ können Dank der professionellen Hilfe zu selbständigen Erwachsenen mit Beruf und eigenständigem sozialen Leben heranwachsen. 

Martina Afolabi, Leiterin der Einrichtung für Frühförderung in Kalsdorf bei Graz erklärt: „Die Frühförderung ist eine Hilfestellung und Unterstützung für beeinträchtigte Kinder von 0 bis 7 Jahren. Ein/e Betreuer/in kommt zu der Familie nach Hause und arbeitet dort mit den Eltern und dem Kind. Dadurch wissen die wichtigsten Bezugspersonen wo das Kind steht und was es gerade braucht. Aber auch das richtige Handling wird gezeigt. Gemeinsam werden die Fähigkeiten und Stärken auf spielerische Art und Weise entdeckt.“

Individuelle Förderung gibt es auch in integrativen Kindergärten und Schulen mit Zusatzbetreuung. Nach der Pflichtschule kann im Jugendcoaching erarbeitet werden, in welche Richtung die Berufslaufbahn eingeschlagen wird. Praktika können dabei sehr hilfreich sein.

Es ist sehr wichtig, den Eltern positive Perspektiven aufzuzeigen. Um Familien beistehen zu können, wenn es einmal notwendig erscheint, gibt es die Familienentlastung. Dies ist eine Einrichtung für Eltern oder alleinerziehende Elternteile. Geschulte Mitarbeiter betreuen tage-, stunden- oder wochenweise das beeinträchtigte Kind, und die Bezugspersonen können auch mal Zeit für sich genießen, einen Arztbesuch wahrnehmen oder sich um andere Familienmitglieder kümmern.

In den geförderten österreichischen Familienberatungsstellen wird viel Information über Angebote auch im Bereich Frühförderung vermittelt.