Rote herzförmige Schmerztablette auf kleinem Löfffel. Im Hintergrund ein Glas Wasser.

Liebeskummer

Besonders häufig oder auffällig plagt es pubertierende Jugendliche, doch eigentlich tritt es unabhängig vom Alter auf: Liebeskummer. Aber wofür steht dieser Begriff eigentlich: Was ist Liebeskummer? Wovon kommt es? Kann man etwas dagegen tun?

Magister Annemarie Hirzer, Ehe-, Lebens- und Familienberaterin, Juristin und Mediatorin im Netzwerk Familienkompetenz, versucht diese Fragen zu beantworten.

Liebeskummer kann nach langjährigen Beziehungen auftreten, wenn eine Beziehung einseitig auseinandergeht.

Liebeskummer wird aber auch oft mit einer unerwiderten Zuneigung in Verbindung gebracht. Nicht selten sind es pubertierende Teenager, die sich in einen Schulkameraden verlieben, der sie nicht beachtet. Der Gegenstand der Begierde wird idealisiert. Sie können nicht aufhören an ihren Traumpartner zu denken, können nicht essen, nicht schlafen, sich zu nichts motivieren, reden am liebsten nur vom Objekt der Gefühle. Sie wissen noch nicht, wie sie damit umgehen sollen. Sie trauen sich nicht, die Person ihrer Träume anzusprechen, suchen jedoch ständig nach Gelegenheiten, in ihrer Nähe zu sein. Manchmal gipfelt dieses Benehmen sogar in Stalking. Vom Hinterherlaufen ist aber abzuraten. 

Das sind viele intensive Emotionen auf einmal, denen die Menschen ausgesetzt sind. Die meisten schaffen es, Liebeskummer selbst zu überwinden indem sie sich einen Gesprächspartner suchen, darüber reden, sich schlau machen, wie andere mit solchen Situationen fertig werden oder ganz einfach ihr Augenmerk auf andere Dinge richten.

Wenn aber Personen nicht mit ihren Emotionen zurechtkommen, und womöglich außer dem seelischen Leid auch schon körperliche Beschwerden auftreten, dann ist es sinnvoll Beratung in Anspruch zu nehmen. Oft hilft es bereits, etwas laut auszusprechen. Man taucht in die Gefühlswelt ein. Man kann Gefühle bewusst machen, indem man sie konkret benennt. Die gezielte Fragestellung des/der Beraters/in ist hier von Vorteil. Fragen wie: „Was ist denn so cool an ihm? Wo spürst du deinen Schmerz, wie fühlt er sich an?“- können hilfreich sein. Durch die Beratung gewinnt man oft eine andere Sichtweise, lernt sich und seinen Kummer besser kennen, kann ihn womöglich besser einordnen, oft ist es die Angst vor dem Alleinsein, vor Veränderung vor Ablehnung usw. 

Wichtig ist, sich zu erinnern, dass man aus jeder negativen Phase seines Lebens etwas Positives mitnimmt. Aus jeder Krise lernt man und geht gestärkt in die Zukunft,  auch wenn es in diesem Moment nicht so aussieht und man gewillt ist, einen Schutzpanzer aufzubauen. Bearbeitung des Liebeskummers unter fachmännischer Begleitung verhindert aber auch, dass man diesen Schutzpanzer nicht zu eng schnallt sondern für weitere Beziehungen offen hält.