Paar versöhnt sich

Konfliktmuster in Beziehungen: Warum streiten wir immer um dasselbe?

„Wo zwei Menschen zusammenkommen, gibt es so gut wie immer Interessenskonflikte“, so Matthias Geitzenauer, Coach, Mediator und Leiter der Kolping Lebensberatung. Wenn es so scheint, als gäbe es das nicht oder weniger, steckt meistens einer zurück, oft auch auf einer unbewussten Ebene.“ Die mangelnde Bewusstheit könne zu verdecktem Austragen von Konflikten führen, was die Gefahr der Manipulation in sich birgt. Jedenfalls lohne es sich, auf Beziehungsmuster hinzuschauen. Sie werden häufig schon früh in den Herkunftsfamilien in den Beziehungen zu Eltern oder in Geschwisterkonstellationen erlernt. Grundsätzlich seien Muster etwa Gutes, weil sie uns in Form von Routinen helfen, das Leben zu stemmen. So gäbe es sie auch in Beziehungen. Sie schaffen einerseits Orientierung, können andererseits aber auch Entwicklung hemmen: Klassisch sei etwa immer noch die häusliche Frau, die sich um den Systemerhalt kümmert und der erlebnishungrige Mann, der für Ausflüge und Action sorgt.

So eine Konstellation nennt man auch komplementäre Muster – einer ergänzt den anderen. Geitzenauer erklärt, warum hier Konflikte auftreten können: „Schwierig wird es dann, wenn man die jeweils andere Position in sich wenig entdeckt und zu sehr versucht, den oder die andere auf seine Seite zu ziehen.“ Aber auch bei sogenannten symmetrischen Beziehungen, wo beide ähnlich gelagert sind, treten Konflikte wegen wiederum vernachlässigter Themen und Inhalte auf.

Konflikte haben zahlreiche Wurzeln. Wichtig wäre, diese zu erkunden, dann tut man sich leichter, mit ihnen umzugehen.

Dies kann man sehr gut mit einem Profi in einer österreichischen Familienberatungsstelle tun. Wobei Geitzenauer empfiehlt, vorerst auch allein, ohne Partner einen Termin zu vereinbaren {diese sind übrigens kostenfrei): „Man kann sich selbst besser in Frage stellen, wenn man nicht vor dem Partner/ der Partnerin das Gesicht wahren muss.“

Das Paarsetting hat wiederum den Vorteil, dass der/die PartnerIn recht schnell gewisse Sichtweisen relativieren und möglicherweise das Eigenbild zurechtrücken würde.  So kann durch die produktive Nutzung der Konflikte etwas gemeinsames Neues entstehen.